Sachsens Linke fordert sofortiges Handeln

Apothekensterben: „Unverzüglich zu Potte kommen“ 30.01.2026 08:00 Uhr

Werdau - 

Auch in Sachsen setzt sich das Apothekensterben weiter fort. Heute muss eine der ältesten sächsischen Apotheken in Werdau schließen. Bereits Ende 2024 hatte die Linke in Sachsen einen Antrag zur Stärkung der Apotheken vorgelegt, doch dieser befinde sich weiterhin im Konsultationsverfahren. Angesichts der sich immer weiter zuspitzenden Lage fordert die Vorsitzende und gesundheitspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Susanne Schaper, nun schnelles und entschlossenes Handeln.

„Sachsen verliert immer mehr Apotheken, die Versorgung wird immer schlechter“, sagt Schaper. Bereits im Dezember 2024 hat die Linke deshalb einen Antrag vorgelegt, in dem sie Gegenmaßnahmen fordert. Dieser liege aktuell im Konsultationsverfahren – doch CDU und SPD seien seit fast einem Jahr nicht in der Lage, ihren angekündigten Änderungsantrag vorzulegen. „Es wäre gut, jetzt unverzüglich zu Potte zu kommen, damit der Landtag die Staatsregierung damit beauftragt, das Apothekensterben zu beenden“, betont sie.

Heute werde eine der ältesten sächsischen Apotheken, die Löwen-Apotheke in Werdau, schließen, die einst im Jahre 1742 gegründet worden war. Die Inhaberin könne die steigenden Kosten nicht mehr stemmen, zumal die Honorare der Krankenkassen seit langer Zeit stagnierten. Gerade im Landkreis Zwickau sei das Apothekensterben nicht mehr zu übersehen.

„Die strukturellen Probleme verschärfen sich, vor allem zulasten kleinerer Apotheken. Kostendruck, Bürokratie und Lieferengpässe gefährden ihre wirtschaftliche Existenz“, so Schaper weiter.

Honorarerhöhung und Dynamisierung

Dabei sei die Apotheke vor Ort kaum zu ersetzen: „Sie bietet niedrigschwellige und vertrauensvolle Beratung, kann bei Lieferengpässen Alternativen anbieten oder Rezepturen herstellen – all das sind Leistungen, die Internetapotheken nicht erbringen können“, so die Linken-Politikerin. Damit wieder mehr Menschen Lust haben, eine Apotheke zu führen oder dort zu arbeiten, müssten die Rahmenbedingungen verbessert werden. Dazu müsse vor allem das Packungsfixum steigen. Das Honorar müsse künftig regelmäßig angepasst und der Beratungsaufwand vergütet werden.

Förderung und Digitalisierung

Zudem könnten Förderprogramme helfen, die Digitalisierung voranzubringen und die Übernahme oder Neugründung von Apotheken in unterversorgten Regionen zu erleichtern. So könnte ein Förderfonds einen Teil des Kaufpreises bei Apothekenübernahmen in Regionen mit nachgewiesener Unterversorgung übernehmen, ähnlich einem „Landarztbonus“. Auch für Modernisierungen und IT-Lösungen – etwa für telepharmazeutische Beratung, das Bestellwesen oder die Patientenverwaltung – sei Unterstützung denkbar.

„Die Staatsregierung sollte mit dem Sächsischen Apothekerverband, der Landesapothekerkammer, den Krankenkassen und weiteren Akteuren ein sektorenübergreifendes Maßnahmenpaket entwickeln.“