Apothekenprotest: Knapp 25.000 auf der Straße 23.03.2026 18:15 Uhr
Bundesweit waren die Apotheken geschlossen, knapp 25.000 Demonstrierende waren in Berlin, Düsseldorf, Hannover und München auf der Straße. Zum Protesttag haben die Apothekenteams ein deutliches Signal ausgesendet.
Düsseldorf
In Düsseldorf waren sich Veranstalter und Polizei einig: Rund 10.000 Menschen waren zur Kundgebung auf dem Burgplatz gekommen, neben Abda-Präsident Thomas Preis sprachen Thomas Rochell (Apothekerverband Westfalen-Lippe), Hessens Kammerpräsident Dr. Christian Ude, Sebastian Berges (TGL Nordrhein), die Großhandelsvertreter Dr. Michael Kuck (Noweda) und Patrick Neuss (Sanacorp), die Landespolitiker Thorsten Klute (SPD) und Marcus Schmidt (CDU), Patientvertreterin Sabine Härter (Deutschen Diabetes-Hilfe) sowie die Apotheker Dr. Hannes Müller und Mustafa Bagli.
Die Stimmung war gigantisch, der Platz war schon ab 10 Uhr ordentlich gefüllt. Eine Liveband sorgte für Stimmung, es gab viele bunte Plakate und gehisste Flaggen mit Apotheken-A.
Berlin
Rund 6000 Mitarbeitende aus den Apotheken waren in Berlin laut Verband dabei, angemeldet waren demnach 5000. Die Polizei gibt die Zahl mit 2800 bis 3000 deutlich niedriger an. Der Protestzug ging vom Potsdamer Platz über das Bundesgesundheitsministerium (BMG) zum Roten Rathaus, als DJ heizte Apotheker Stephan Torke den Demonstranten mit eigenen Songs ein. Vor dem Neptunbrunnen fand die Kundgebung statt. Auf der Bühne sprachen unter anderem Verbandschefin Anke Rüdinger, Kammerpräsidentin Dr. Ina Lucas und Dr. Ina Czyborra (SPD).
Hannover
In Hannover wurden 5000 Teilnehmende gezählt, neben Verbandschef Berend Groeneveld sprach auch Nordrheins Kammerpräsident Dr. Armin Hoffmann zur Menge auf dem Opernplatz. Weitere Speaker waren die Landtagsabgeordneten Andrea Prell (SPD) und Thomas Uhlen (CDU).
München
In München wird die Zahl der Protestanten auf dem Odeonsplatz vom Bayerischen Apothekerverband (BAV) auf 3500 geschätzt, auf der Bühne sprachen Verbandschef Dr. Hans-Peter Hubmann, Kammerpräsidentin Franziska Scharpf, BaWü-Kammervize Silke Laubscher, Fraktionschef Klaus Holetschek (CSU), die Abgeordneten Bernhard Seidenath, Carolina Trautner (beide CSU) und Susanne Enders (Freie Wähler) sowie Carola Sraier (Gesundheitsladen).
Fulda
In Hessen hatte der Verband zu einer eigenen Kundgebung geladen. Hier waren rund 600 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu Gast. Hier moderierten Maximilian Traut und Christian Gerninghaus, Redner waren Verbandschef Holger Seyfarth und Kammervize Dr. Schamim Eckert. Mit Dr. Ralf Norbert Bartelt (CDU) und Yanki Pürsün (FDP) waren zwei Politiker zu Gats, Carolin Eichhorn sprach für die Freie Apothekerschaft.
Unterstützt wurden die Proteste vor Ort durch Partner der Unternehmen, etwa durch die Großhändler Sanacorp und Noweda, die Rechenzentren Noventi und ARZ Haan, aber auch den Hersteller Medice.
Nicht zum Nulltarif
„Wir lassen uns jetzt nicht mehr vertrösten! Wir kämpfen für unsere Zukunft“, sagte Preis. „Viva la farmacia, es lebe die Apotheke!“
Apotheken gebe es nicht zum Nulltarif. „Wir wollen darauf aufmerksam machen, dass die Apotheken seit Jahren unterfinanziert sind. Die Folge ist, dass sich das Apothekensterben immer weiter fortsetzt“, so Preis im Nachgang. „Für die Menschen in Stadt und Land verlängern sich mit jeder geschlossenen Apotheke die Wege zur nächsten heilberuflich geführten Apotheke. Wir fordern deshalb die Bundesregierung auf, das Apothekenhonorar endlich zu erhöhen.“
Er forderte Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) auf, jetzt zu handeln. „Stehen sie weiter zu Ihren deutlichen Worten und setzen Sie die Erhöhung des Fixums um! Und ermöglichen Sie den Apotheken endlich jährliche, faire Verhandlungen zu unserem Honorar, damit wir nicht wieder länger als ein Jahrzehnt von steigenden Kosten abgehängt werden. Der Honorarstillstand muss endlich ein Ende haben.“
Auf den Protesttag hatten sich die Teams mit ihren mehr als 160.000 Beschäftigten in den vergangenen Wochen mit den Kampagnenmaterialien vorbereitet. Preis dazu: „Von unserer Kampagnenseite wurden mehr als 150.000 Protestmaterialien heruntergeladen. In den vier Großstädten kamen insgesamt 2000 Demoschilder, 5500 Klatschpappen, 7000 Protestflyer und 2500 Trillerpfeifen zum Einsatz. Auch das zeigt, wie geschlossen die gesamte Branche hinter unseren Forderungen steht.“