Staatssekretärin bei Noweda

„Apotheken brauchen ein gestärktes Fixhonorar“ 05.03.2026 10:20 Uhr

Berlin - 

Nicht nur von den Apotheken, sondern auch von den Ländern gibt es Kritik am Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG). So setzte sich unter anderem Hessen im Bundesrat für eine Honoraranpassung ein und lehnte das Konzept „Apotheke ohne Apotheker“ ab. Staatssekretärin Dr. Sonja Optendrenk aus dem Landesgesundheitsministerium tauschte sich beim Besuch der Noweda-Niederlassung in Langgöns bei Gießen mit Vorstandschef Dr. Michael Kuck über die Situation der Apotheken und des Großhandels aus.

Optendrenk betonte die Bedeutung wirtschaftlich stabiler Apotheken: „Apotheken stehen für eine niederschwellige und hochwertige Versorgung. Sie sind unverzichtbarer Bestandteil eines wohnortnahen Gesundheitssystems.“ Mit Blick auf die Vergütung erklärte sie: „Die wirtschaftliche Stabilität der Apotheken steht und fällt mit einer verlässlichen und auskömmlichen Vergütung. Diese wurde in der Vergangenheit nicht angemessen an die gestiegenen Kosten angepasst. Apotheken brauchen ein gestärktes Fixhonorar.“

„Apotheken müssen dringend entlastet werden. Faire und verlässliche wirtschaftliche Rahmenbedingungen sind daher zwingend erforderlich. Deshalb brauchen Apotheken nicht zuletzt eine Erhöhung des Fixums“, ergänzt Kuck.

Nicht zuletzt im ländlichen Raum sei die Apotheke oftmals die erste Anlaufstelle für ratsuchende Menschen. „Nirgendwo sonst erhält man eine kompetente Beratung ohne Termin: persönlich, fachkundig und niederschwellig“, betonte die Staatssekretärin. Apotheken spielen damit eine wichtige Rolle bei der Patientensteuerung, sind wesentlicher Teil der Gesundheitsversorgung und tragen entscheidend zur Arzneimittelsicherheit bei.

„Eine gute und sichere gesundheitliche Versorgung der Bürgerinnen und Bürger – und dazu gehört selbstverständlich auch die Versorgung mit Medikamenten – ist für mich auch eine Frage einer funktionierenden Demokratie“, so Optendrenk. Kuck betonte zudem, dass Gesundheitsdienstleistungen wie Impfen, Diagnostik sowie die Unterstützung bei der Hilfsmittelversorgung enormen Mehrwert für Patienten schaffen und die Apotheke als zentrales Kernelement der wohnortnahen Gesundheitsversorgung nachhaltig stärken würden.

Weiterhin ging es im Gespräch um faire Wettbewerbsbedingungen – sowohl für Apotheken als auch den pharmazeutischen Großhandel. So unterliegt der Großhandel etwa strengen gesetzlichen Anforderungen, etwa für den Transport in Fahrzeugen mit klimatisierten Transportflächen, um die Arzneimittelqualität auch bei hohen Außentemperaturen zu gewährleisten. Für industrielle Arzneimittelversender fehlen entsprechende Kontrollmechanismen, sodass der Versand per Paketdienst in nicht-klimatisierten Transportern erfolgt – mit Folgen für die Arzneimittelqualität.

„Apotheken und pharmazeutischer Großhandel leisten deutlich mehr als Versender und Drogerien. Zusätzlich unterliegen sie strengeren Regularien, die sie sowohl finanziell als auch organisatorisch belasten. Diese Ungleichbehandlung muss dringend beendet werden, wenn die wohnortnahe Versorgung – und zwar mit allem, was Patienten brauchen – erhalten werden soll“, so Kuck.