Elektronische Patientenakte

AOK Nordost macht Apothekern Hoffnung APOTHEKE ADHOC, 23.05.2019 11:30 Uhr

  • Hoffnung: Demnächst sollen Apotheker bei der ePA der AOK Nordost mitmachen dürfen, kündigte Kassenchef Frank Michalak an. Foto: Dirk Hasskarl/vor-ort-foto.de

Berlin - Anfang Mai hat die AOK Nordost ihr digitales Angebot „eLiSa – electronic Life Saver“ als elektronische Patientenakte (ePA) gestartet. Damit erhalten die Versicherten schnellen Zugriff auf die wichtigen Patientendaten zu Erkrankungen und Behandlungen. Außerdem können darüber Ärzte und Kliniken Informationen austauschen. Und der elektronische Medikationscheck soll die Arzneimitteltherapie laut Kasse sicherer und die medizinische Versorgung effektiver machen. Nur – die Apotheker sind nicht eingebunden. Beim Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit machte jetzt AOK Nordost-Vorstand Frank Michalak den Apothekern Hoffnung, dass sie demnächst mitmachen dürfen.

Sinnvolle Digitalisierung sei immer nutzen- und nutzerorientiert, erklärte Michalak im Anschluss an eine Diskussionsrunde. Hierfür habe man das digitale Gesundheitsnetzwerk geschaffen. „Ein wichtiger Bestandteil wird hier unser flächendeckendes und sektorübergreifendes Medikationsmanagement für Patienten mit Multimedikation ‚eLiSa‘ sein. Das rollen wir aktuell bereits in der ersten Stufe mit niedergelassenen Ärzten und stationären Einrichtungen aus“, so Michalak. In weiteren Stufen plane man eine Implementierung von eLiSa in ein E-Rezeptmodell, „das deutlich mehr sein wird als die bloße Übermittlung eines Muster 16 in digitaler Form“.

Hauptfokus werde auch hier sein, deutlichen Nutzen und Mehrwert zu schaffen und dies sowohl für den Patienten und den Arzt als auch für den Apotheker. „Spätestens hier gibt es dann auch die Ansätze und Möglichkeiten, die Apotheker in unser Medikationsmanagement eLiSa mit einzubeziehen. Ich weiß, dass es aus Apothekersicht kritisch gesehen wird, dass wir in der Stufe 1 die Apotheker noch nicht integriert haben“, wirbt der AOK Nordost-Vorstand um Verständnis.

In der primären Ausbaustufe sei es zunächst wichtig gewesen, die „Behandler“ zu unterstützen, die Arzneimitteltherapie genauer einzuschätzen und in einem stetigen, dauerhaften Prozess zu optimieren. Neben diesem Grundbaustein, der auch einen softwarebasierten Medikationscheck enthalte, werde es dann in der Zukunft weitere Anknüpfungspunkte, auch für die Apotheker geben, insbesondere in Bezug auf die Thematik eGA/ePA. Michalak: „Basis ist hier aus meiner Sicht ein nutzenorientiertes E-Rezeptmodell für die Apotheken um dann, zum Beispiel als Partner im Gesundheitsnetzwerk, gemeinsam mit unseren anderen Leistungspartnern die Versorgung ihrer Kunden und unserer Versicherten zu verbessern.“

Laut AOK Nordaost stellt eLiSa alle Informationen zur Behandlung des Patienten in den letzten 36 Monaten elektronisch zur Verfügung. Dazu gehören Diagnosen, durchgeführte Untersuchungen und Behandlungen, verordnete Medikamente, Aufenthalte im Krankenhaus, Heil- und Hilfsmittelverordnungen und Kontaktdaten aller mitbehandelnden Ärzte. Dadurch erhält der Arzt laut AOK Nordost einen umfassenden Überblick. Außerdem könne der Arzt mit eLiSa kann einen Medikationscheck durchführen und prüfen, ob Arzneimittel für den Patienten besondere Risiken bergen, ob eine ungeeignete Kombination von Medikamenten vorliegt und er kann einen Medikationsplan erstellen. Der Medikationsplan ist in mehreren Sprachen abrufbar und enthält auch Hinweise zur Einnahme der Medikamente.

Laut AOK Nordost sind die Patientendaten geschützt: Nur mit Ihrem Einverständnis kann der Arzt die für die Behandlung relevanten Daten in eLiSa einsehen. Die Software liest diese Informationen aus den Abrechnungsdaten der AOK Nordost für Leistungen von Ärzten und Apothekern aus und stellt sie in übersichtlicher Form zur Verfügung. Alle Versichertendaten seien verschlüsselt bei der AOK gespeichert. Der Patient entscheide, ob und welche behandelnden Ärzte die Daten einsehen dürften. Die Entscheidung könne jederzeit widerrufen werden.