Tarifverhandlungen

AOK Beschäftigte streiken für mehr Geld 09.01.2026 15:30 Uhr

Berlin - 

Die Finanzen der gesetzlichen Krankenkassen sind klamm. Unlängst haben verschiedene Kassen, wie etwa die AOK, Sparmaßnahmen gefordert, die unter anderem bei den Leistungserbringern ansetzen sollen. Doch während nach außen gespart wird, stehen intern zum Jahresbeginn wichtige Gehaltsverhandlungen an: Die Tarifrunde für die rund 55.000 Beschäftigten der AOK beginnt.

Die erste Runde der Tarifverhandlungen sollen am 14. und 15. Januar in Berlin stattfinden. Zum Auftakt hat die Gewerkschaft der Sozialversicherung (GdS) nun für den ersten Verhandlungstag am 14. Januar 2026 zu einem bundesweiten Warnstreik aufgerufen. Zudem ist ab 12 Uhr eine Kundgebung vor dem AOK-Bundesverband in Berlin geplant, um Druck auf die Tarifgemeinschaft der AOK (TGAOK) auszuüben.

Laut Gewerkschaft betreffen die Verhandlungen rund 55.000 Beschäftigte der AOK bundesweit. Hintergrund der Aktion sei die bislang fehlende Verhandlungsbereitschaft der Arbeitgeberseite. In den bisherigen Gesprächen seien keine Zugeständnisse hinsichtlich der Forderungen nach mehr Gehalt, höherem Urlaubsgeld und einer stärkeren Anerkennung der Arbeit signalisiert worden. „Über 10.000 Unterschriften unter der begleitenden Petition zeigen, dass viele AOK-Beschäftigte hinter den Forderungen stehen“, heißt es seitens der GdS.

„AOK hat die finanziellen Möglichkeiten“

„Wir müssen Flagge zeigen – gerade in Zeiten, in denen steigende Lebenshaltungskosten die Kaufkraft belasten“, so der GdS-Bundesvorsitzender Maik Wagner. „Die AOK hat die finanziellen Möglichkeiten und die Verantwortung, ihren Beschäftigten ein faires Angebot zu machen. Statt sich bei Bezahlung und Arbeitsbedingungen im unteren Mittelfeld einzurichten, sollte sie den Anspruch haben, die Tabelle anzuführen. Wer Spitzenleistungen von seinen Mitarbeitenden erwartet, muss auch bereit sein, Spitzenkonditionen zu bieten. Der Warnstreik ist ein klares Signal: Die Beschäftigten haben genug vom Verwalten des Mittelmaßes.“

Einschränkungen im Kundenservice

Am Warnstreiktag könne es zu Einschränkungen im Kundenservice der AOK kommen. Kundinnen und Kunden müssten an diesem Tag mit längeren Wartezeiten oder reduzierten Servicezeiten rechnen, da die Beschäftigten im Rahmen des Arbeitskampfs ihre Arbeit niederlegen. Betroffen seien vor allem die regionalen Servicezentren und die telefonischen Hotlines.