Höherer Kassenabschlag

Abschlag: Linnemann soll Fehlentscheidung korrigieren 31.07.2026 11:57 Uhr

Berlin - 

Dass die Anhebung des Apothekenabschlags dringend gestoppt werden muss, hatte der Vorsitzende des Hessischen Apothekerverbandes (HAV), Holger Seyfarth, in einem Brief an Bundesgesundheitsministerin Nina Warken deutlich gemacht. Jetzt soll ihr Nachfolger Carsten Linnemann eingreifen und die Fehlentscheidung zurücknehmen.

Die Erhöhung des Abschlags kommt mit dem nun in Kraft getretenen GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz (BStabG) ab 2027 und wird das gerade erst eingeführte Plus in den Apotheken aufgrund der Erhöhung des Fixums deutlich beschneiden. Warken bezeichnete diese zusätzliche Belastung der Apotheken auch in ihrer Antwort an den HAV erneut als Teil eines „ausgewogenen Gesamtpakets“ zur Stabilisierung der Kassenfinanzen.

Der HAV findet für diese Aussage Warkens klare Worte: „Die Bundesregierung verkauft eine längst überfällige Teilkorrektur unseres Honorars als große Unterstützung und greift den Apotheken gleichzeitig wieder in die Kasse. Das ist kein ausgewogenes Gesamtpaket, sondern politische Buchführung zulasten der Vor-Ort-Apotheken“, so Seyfarth. „Nach mehr als einem Jahrzehnt ohne angemessenen Ausgleich für gestiegene Personal-, Energie- und Betriebskosten ist ein zusätzlicher Zwangsrabatt nicht akzeptabel.“

Hier könnte sich Linnemann nun beweisen, findet der HAV-Chef: „Ein Ministerwechsel darf sich nicht auf ein neues Namensschild beschränken. Herr Linnemann muss diese Fehlentscheidung überprüfen und die Erhöhung des Apothekenabschlags zurücknehmen“, fordert Seyfarth. „Wer die Apotheken vor Ort tatsächlich stärken will, darf ihnen die angekündigte Verbesserung nicht durch die Hintertür wieder wegnehmen.“

Der HAV werde nicht lockerlassen: „Unsere Mitglieder können sich darauf verlassen, dass wir ihre wirtschaftlichen Interessen mit Nachdruck vertreten. Wir werden den neuen Minister an seinen Entscheidungen messen und den politischen und öffentlichen Druck aufrechterhalten.“