Abda: „Das passt nicht zusammen“ 11.06.2026 13:40 Uhr
Bevor morgen das GKV‑Beitragssatzstabilisierungsgesetz (BStabG) im Bundestag innerhalb der 1. Lesung beraten wird, trommeln die unterschiedlichen Akteure noch einmal kräftig für dessen Überarbeitung. Auch die Abda mahnt erneut: „Die Politik will die Apotheken stärken – und nimmt ihnen gleichzeitig wieder Geld weg. Das passt nicht zusammen“, so Präsident Thomas Preis.
Die Bundesregierung sei nun gefordert, sich klar zur notwendigen Stärkung der Apotheken zu bekennen. Immerhin seien entsprechende Schritte mit dem Apothekenversorgung‑Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) geplant. Dieses wird morgen als letzter Schritt im laufenden Gesetzgebungsverfahren im Bundesrat thematisiert.
Andererseits drohten Apotheken durch das BStabG neue finanzielle Belastungen. „Wer in Zukunft neue pharmazeutische Dienstleistungen, mehr Impfungen und Gesundheitstests von den Apotheken erwartet, muss gleichzeitig dafür sorgen, dass die Apotheken auf einer wirtschaftlich gesunden Basis agieren“, so Preis weiter. Für die kommenden Angebote müssten die Apotheken investieren – in Personal oder auch in geeignete Räumlichkeiten.
Kämen hier nun neue finanzielle Belastungen, wäre dies „ein falsches Signal für die Versorgung vor Ort“. Bund und Länder müssten die angekündigte Stärkung der Apotheken konsequent umsetzen und dürften sie nicht durch Sparmaßnahmen unterlaufen. Im BStabG ist vorgesehen, dass der Apothekenabschlag von derzeit 1,77 Euro auf 2,07 Euro pro abgegebenem Rx-Arzneimittel angehoben wird.
An ihr Versprechen, die Apotheken wie im Koalitionsvertrag versprochen wirtschaftlich zu stärken, erinnert die Abda auch per Petition, die bis heute bereits mehr als 315.000 Mal unterzeichnet wurde. „Das ist ein unfassbar großer Rückhalt aus der Bevölkerung und zeigt, wie wichtig den Menschen die wohnortnahe Versorgung durch die heilberuflich geführte Apotheke ist.“ Preis endet mit einem Appell an die Regierung: „Die Apotheken werden gebraucht – setzen Sie die versprochene Stabilisierung des Apothekensystems ohne Abschwächungen und Verzögerungen um!“