Rund 400 Millionen Euro Mehreinnahmen

Ab 2027: Alkoholsteuer soll steigen 27.06.2026 18:36 Uhr

Berlin - 

Hochprozentige alkoholische Getränke dürften bald teurer werden - durch einen Aufschlag bei der Steuer. Das soll nicht nur dazu beitragen, den Bundesetat zu sanieren.

Spirituosen wie Rum, Wodka und Korn sollen nach Plänen des Bundesfinanzministeriums (BMF) ab dem kommenden Jahr höher besteuert werden. Für die vorgesehene Anhebung zum 1. Januar 2027 sei nun ein Gesetzentwurf erarbeitet worden, teilte ein Sprecher auf Anfrage mit. Nähere Angaben dazu machte er mit Verweis auf aktuelle regierungsinterne Abstimmungen nicht. Wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) berichtete, soll eine Erhöhung um 20 Prozent kommen - von 13,03 Euro auf 15,64 Euro je Liter Reinalkohol.

Eine Anhebung der Alkoholsteuer und auch der Tabaksteuer hatte das Kabinett schon im April beim Beschluss der Eckwerte für den Haushalt 2027 als eine der Maßnahmen in den Blick genommen, um verbliebene Lücken zu schließen. Zum 1. Januar 2027 erhöht werden sollen außerdem die Steuern auf Sekt, Champagner, Likörweine und Alkopops. Die Gesetzesänderung erfolge auch aus gesundheitspolitischen Erwägungen, sagte der Sprecher. Erwartet würden Mehreinnahmen von jährlich rund 400 Millionen Euro, berichtete das RND. Nicht betroffen ist die Biersteuer, für Wein besteht weiterhin keine besondere Steuer.

Eine Steuererhöhung bei Spirituosen gehörte auch zu den Vorschlägen einer vom Gesundheitsministerium eingesetzten Kommission für eine finanzielle Stabilisierung der gesetzlichen Krankenkassen. Sie empfahl gleich drei jährliche Anhebungen von 2027 bis 2029. Damit sei ein sinkender Konsum zu erwarten, was jährlich etwa 1000 Krebsfälle vermeiden könnte. Da Spirituosen beim Rauschtrinken unter oft preissensiblen jüngeren Leuten eine Rolle spielten, sei auch mit einem Rückgang weiterer Kosten zu rechnen, etwa für Unfälle.