Apotheker Dr. Franz Stadler

20 Thesen nach Apothekertreffen APOTHEKE ADHOC, 14.05.2019 15:21 Uhr

Berlin -

Die CSU und die Apotheker – das ist derzeit kein ganz einfaches Verhältnis. Die Partei würde gern weiter für das Rx-Versandverbot kämpfen, beklagt aber mangelnde Unterstützung der Standesvertreter. Das wird auch an der Basis diskutiert: Am vergangenen Freitag saßen rund 20 Apothekerinnen und Apotheker im bayerischen Freising mit dem CSU-Bundestagsabgeordneten Erich Irlstorfer zusammen um über die aktuelle Lage zu diskutieren.

Mit von der Partie war Apotheker Dr. Franz Stadler, der im Anschluss die aus seiner Sicht wichtigsten Thesen des Treffens zusammengefasst hat. Stadler betont, dass es sich dabei nicht um eine abgestimmte Erklärung des Kreises, sondern seine persönliche Wahrnehmung und Interpretation handelt. Allerdings seien die folgenden 20 Punkte aus seiner Sicht schon Konsens unter den beteiligten Kollegen gewesen.

  1. Wir wollen nicht impfen. Das ist nicht unsere Profession. Dafür sind wir nicht ausgebildet.
  2. Wir sind für eine strikte Trennung von Arzt- und Apothekerberuf (seit 1241, Edikt von Salerno, bewährt).
  3. Wir wollen ein eindeutiges Rx-Versandhandelsverbot.
  4. Wir wollen keine Gesetze, die uns Dinge versprechen, deren Einhaltung sie nicht sicherstellen können (Gleichpreisigkeit etc.).
  5. Wir wollen ein Zuweisungsverbot (mit wenigen, genau definierten Ausnahmen). Absprachen, die nur aus finanziellen Erwägungen heraus getroffen werden, waren noch nie im Interesse der Patienten.
  6. Wir wollen keine Almosen, sondern eine gerechte Bezahlung unserer Leistung. Deshalb: Ja zur geplanten Erhöhung der Nacht- und Notdienstpauschale und der BTM-Gebühr, aber nein, zum Gießkannenprinzip einer Vergütung von „pharmazeutische Dienstleistungen“.
  7. Wir wollen eine optimale Versorgung für unsere Kunden, die sich ihren Lebensumständen anpasst.
  8. Wir wollen einen hohen Qualitätsstandard beim verbleibenden Arzneimittelversandhandel und beim lokalen Botendienst (Temperaturkontrolle etc.), der auch kontrolliert werden sollte.
  9. Wir wollen, dass Arzneimittel weiterhin als besonderes Gut behandelt werden.
  10. Wir wollen eine Gesundheitspolitik, die ihren Namen verdient.

11. Wir wollen eine Digitalisierung, die den Patienten dient.
12. Wir wollen keine Automaten bei der Arzneimittelabgabe.
13. Wir wollen den persönlichen Kontakt mit dem Patienten und keine Zentralisierung der Arzneimittelversorgung.
14. Wir wollen keine Finanzinvestoren in unserem Gesundheitssystem, deren einzige Interessen Steuervermeidung und Gewinnoptimierung sind.
15. Wir wollen eine weitestgehende Reduzierung des transnationalen Arzneimittelhandels und eine Abschaffung der Importquote.
16. Wir wollen Aufsichts- und Kontrollbehörden, die diesen Namen auch verdienen.
17. Wir wollen Kontrollen, die allgemeingültig sind und auch durchgesetzt werden können.
18. Wir wollen eine wohnortnahe, niedrigschwellige Arzneimittelversorgung, die auch im Katastrophenfall funktioniert.
19. Wir wollen Wirkstoffe, die möglichst in Europa produziert und auch hier kontrolliert werden.
20. Wir stehen für eine patientenorientierte Arzneimittelversorgung.

Stadlers Fazit: „Wir haben eine klare Vorstellung von unserem Berufsbild. Wir stehen an der Seite unserer Kunden, unterliegen unseren Gesetzen, zahlen im Inland Steuern, haften für unser Tun mit unserem Privatvermögen und wir lassen uns nicht kaufen!“