Rückschlag für Novo Nordisk

Ziltivekimab fällt in Studie durch 31.07.2026 14:20 Uhr

Berlin - 

Der Wirkstoff Ziltivekimab von Novo Nordisk hat in einer zulassungsrelevanten Phase-III-Studie nicht die erhoffte Risikoreduzierung für schwere Notfälle des Herz-Kreislauf-Systems gezeigt. Obwohl Ziltivekimab die erwartete biologische Wirkung zeigte, führte dies nicht zu Vorteilen hinsichtlich schwerer kardiovaskulärer Ereignisse.

Ziltivekimab ist ein vollständig humaner monoklonaler Antikörper, der gegen den IL-6-Liganden – ein proinflammatorisches Zytokin – gerichtet ist, um kardiovaskuläre Entzündungen zu reduzieren und kardiovaskuläre Ergebnisse (Endpunkte) zu verbessern. Das Präparat wird von Novo Nordisk für Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, akuten Herzinfarkt (AMI) und Herzinsuffizienz mit erhaltener Ejektionsfraktion (HFpEF) entwickelt.

Zwar zeigte Ziltivekimab eine Interaktion mit dem Zielmolekül und eine Hemmung des IL-6-Signalwegs – erkennbar an den erwarteten Senkungen der Spiegel von freiem IL-6 beziehungsweise hochsensitivem C-reaktivem Protein (hsCRP). Dennoch führte dies bei Patienten mit atherosklerotischer Herz-Kreislauf-Erkrankung (ASCVD), chronischer Nierenerkrankung (CKD) und Entzündung nicht zu einer Verringerung des Risikos für schwerwiegende kardiovaskuläre Ereignisse (MACE) im Vergleich zu Placebo.

An der doppelblinden, placebokontrollierten Studie nahmen mehr als 6300 Personen mit ASCVD, CKD und Entzündung (gemessen anhand von hsCRP-Werten ≥2 mg/l) teil. Untersucht wurde die monatliche Gabe von 15 mg Ziltivekimab im Vergleich zu Placebo hinsichtlich der Senkung des MACE-Risikos; definiert als kardiovaskulärer (CV) Tod, nicht tödlicher Herzinfarkt oder nicht tödlicher Schlaganfall.

„Die Studie ZEUS wurde konzipiert, um zu prüfen, ob sich die Hemmung des IL-6-Signalwegs und die damit verbundene Verringerung kardiovaskulärer Entzündungsprozesse in einer geringeren Anzahl schwerwiegender kardiovaskulärer Ereignisse niederschlagen würde. Obwohl Ziltivekimab die erwartete biologische Wirkung zeigte, führte dies in der untersuchten Patientengruppe nicht zu einer Verringerung der MACE-Rate“, erklärte Martin Holst Lange, Executive Vice President, Chief Scientific Officer und Leiter Forschung und Entwicklung bei Novo Nordisk. „Auch wenn Ziltivekimab nicht den erhofften Nutzen hinsichtlich MACE erbracht hat, ändert dies nichts an unserem strategischen Engagement im Bereich der Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Studie liefert wichtige wissenschaftliche Erkenntnisse, die in unsere laufende Forschung auf diesem Gebiet sowie in die Entwicklung von Behandlungen für Patienten einfließen werden, für die weiterhin ein erheblicher medizinischer Bedarf besteht.“

Die Gesamtraten unerwünschter Ereignisse (UE) und schwerwiegender unerwünschter Ereignisse (SUE) waren bei den mit Ziltivekimab behandelten Personen vergleichbar mit denen unter Placebo. Im Einklang mit dem Wirkmechanismus der IL-6-Hemmung trat bei einem größeren Anteil der mit Ziltivekimab behandelten Personen eine schwerwiegende Infektion auf als in der Placebogruppe. Hinsichtlich der Gesamtmortalität wurde kein Unterschied beobachtet. Die beiden weiteren laufenden Studien zu kardiovaskulären Endpunkten, in denen Ziltivekimab bei Patienten mit Herzinsuffizienz (HERMES) sowie bei Patienten nach einem akuten Herzinfarkt (ARTEMIS) untersucht wird, werden fortgesetzt; die Ergebnisse werden voraussichtlich in der ersten Jahreshälfte 2027 vorliegen.

Die vollständigen Ergebnisse der ZEUS-Studie werden auf einer wissenschaftlichen Tagung im Jahr 2026 vorgestellt.