OTC-Analgetika

Thomapyrin: Ibuprofen trifft Coffein APOTHEKE ADHOC, 24.10.2018 12:11 Uhr

Berlin - Sanofi hat beim OTC-Switch der Kombination Ibuprofen/Coffein einen langen Atem bewiesen. Ende des Jahres zahlt sich das Warten aus, dann soll das Analgetikum unter dem Namen Thomapyrin Tension Duo in den Apotheken verfügbar sein. Die Außendienstmitarbeiter rühren bereits seit Mai die Werbetrommel.

Im zweiten Anlauf wurde die Kombination aus Ibuprofen und Coffein aus der Verschreibungspflicht entlassen. Am 21. September hatte der Bundesrat dem Beschluss zur Änderung der Arzneimittelverschreibungsverordnung zugestimmt und so den Weg für Thomapyrin Tension Duo geebnet – dem ersten OTC-Analgetikum mit dieser Kombination.

Der OTC-Switch wurde für die Kombination aus 400 mg Ibuprofen und 100 mg Coffein zur oralen Anwendung zur Behandlung von akuten, mäßig starken Schmerzen bei Erwachsenen beschlossen. Thomayrin Tension Duo wird zu sechs und zwölf Filmtabletten auf den Markt kommen und muss als erstes Präparat den neuen Analgetika-Warnhinweis tragen.

Die Wirkstoffmenge für das nichtsteroidale Antirheumatikum (NSAR) darf pro Einzeldosis 400 mg und in der maximalen Tagesdosis 1200 mg nicht überschreiten werden. Für Coffein gilt eine maximale Einzeldosis von 100 mg beziehungsweise 300 mg als zulässige Tageshöchstdosis. Zwischen zwei Dosen sollen mindestens sechs Stunden Zeitabstand eingehalten werden. Thomapyrin Tension Duo soll maximal für drei Tage und nicht von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren angewendet werden. Bei der Beratung der Kunden ist es ebenfalls wichtig, nicht nur an Ibuprofen und dessen Nebenwirkung zu denken, sondern auch Coffein im Blick zu behalten. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) empfiehlt nicht mehr als 400 mg täglich. Eine Tasse normaler Filterkaffee enthält 100 mg. Bei drei Tabletten am Tag sollte entsprechend nicht mehr als eine Tasse Kaffee zusätzlich konsumiert werden.

Coffein ist als analgetisches Adjuvans enthalten und bereits aus anderen Kombinationsarzneimitteln zur Schmerzbehandlung bekannt, die vor allem bei Spannungskopfschmerz und Migräne angezeigt sind. Coffein beschleunigt analgetische Effekte durch eine Blocke von Adenosin-Rezeptoren, die an der Nozizeption und Schmerzverarbeitung beteiligt sind. Neue Daten belegen laut Sanofi einen wirkbeschleunigenden und -verstärkenden Effekt von Coffein für das beliebteste OTC-Schmerzmittel in Deutschland – Ibuprofen.

Eine klinische Studie zeige für die Kombination eine um 40 Prozent stärkere analgetische Wirkung im Vergleich zu einem Ibuprofen-Monopräparat. Eine Überlegenheit sei bereits nach 15 Minuten zu verzeichnen. Eine deutliche Schmerzlinderung unter Ibuprofen/Coffein sei im Durchschnitt 39 Minuten früher als Ibuprofen als Einzelsubstanz dokumentiert. Unter Alltagsbedingungen – auf nicht nüchternen Magen – konnte im Vergleich zu Ibuprofen-Lysinat der maximale Plasmaspiegel 23 Minuten schneller erreicht werden.

Die Untersuchung zeigte zudem, dass die Betroffenen nur halb so oft eine zweite Dosis des Schmerzmittels verabreichen und so die Gesamtdosis an Ibuprofen deutlich reduziert werden konnte. Außerdem gab es eine höhere Responderrate. Bereits aus früheren Studien ist bekannt, dass der Zusatz von Coffein zu Analgetika zu einem schnelleren Wirkeintritt und einer stärkeren Schmerzminderung führt. Ein Cochrane Review aus dem Jahr 2012 zeigte anhand von Daten von mehr als 7000 Probanden, dass es zu einem schnelleren Wirkeintritt und einer stärkeren Schmerzminderung kommt.