Bedarfstherapie bei Asthma

Symbicort besser als SABA APOTHEKE ADHOC, 30.05.2019 10:38 Uhr

  • Ursachenbehandlung: Patienten mit leichtem Asthma, die nur mit SABA allein behandelt werden, haben ein höheres Risiko für Asthma-Anfälle als diejenigen unter antientzündlicher Therapie. Foto: APOTHEKE ADHOC

Berlin - Beim Kongress der American Thoracic Society in Dallas wurden neue Daten zum Symbicort Turbohaler (Budesonid/Formoterol) als potenzielle antientzündliche Bedarfstherapie bei leichtem Asthma vorgestellt: Eine Studie zeigte die deutliche Reduktion der jährlichen Asthma-Anfälle im Vergleich zu der am häufigsten verwendeten Bedarfstherapie mit kurz wirksamen Beta-2-Agonisten (SABA). Die Ergebnisse der Studie wurden im „New England Journal of Medicine“ (NEJM) publiziert. Eine Zulassungserweiterung wird im dritten Quartal erwartet.

In der 52-wöchigen „Novel Start“-Studie wurde Symbicort mit SABA als Bedarfstherapie oder mit einer niedrigen täglichen Dosis inhalativer Kortikosteroide (ICS) in Kombination mit einem SABA verglichen. Die 668 Patienten im Alter von 18 bis 75 Jahren litten unter leichtem Asthma und erhielten randomisiert entweder Salbutamol bei Bedarf, Budesonid plus Salbutamol oder die Fixkombination Budesonid/Formoterol, wie sie in Symbicort enthalten ist.

Unter der Fixkombination konnte eine Reduktion der jährlichen Asthma-Anfälle um 51 Prozent im Vergleich zu Salbutamol als Bedarfsmedikation verzeichnet werden. Verglichen mit der zweimal täglich verwendeten Erhaltungstherapie mit Budesonid plus Salbutamol konnte kein Unterschied in Bezug auf die Häufigkeit der Anfälle festgestellt werden. Die Patienten konnten jedoch unter Budesonid mit Formoterol die durchschnittliche Steroid-Dosis um 52 Prozent senken.

Eine SABA-Bedarfsmedikation ziele nicht auf die der Krankheit zugrunde liegenden Entzündung ab, erklärt Studienleiter Professor Dr. Richard Beasley. Patienten mit leichtem Asthma, die nur mit SABA behandelt würden, hätten ein höheres Risiko für Asthma-Anfälle als diejenigen unter antientzündlicher Therapie. Die aktuelle Studie konnte zeigen, dass Symbicort als entzündungshemmendes Bedarfsmedikament bei leichtem Asthma bei der Prävention von Asthma-Anfällen überlegen war. Die am häufigsten berichteten unerwünschten Ereignisse waren Infektionen der oberen Atemwege, Nasopharyngitis und Asthma.

Im Mai 2018 wurden in den Studien Sygma 1 und 2 ähnliche Ergebnisse dargestellt: Insgesamt wurden mehr als 8000 Patienten im Alter ab zwölf Jahren in die Studien eingeschlossen. Sigma 1 randomisierte etwa 3800 Probanden und untersuchte Wirksamkeit und Sicherheit von Symbicort als Bedarfstherapie im Vergleich zu Terbutalin bei Bedarf und Budesonid zweimal täglich plus Terbutalin bei Bedarf. Hauptziel war es, die Überlegenheit von Symbicort bei Bedarf zu Terbutalin bei gleichem Therapieregime zu belegen.

Sigma 2 randomisierte mehr als 4200 Teilnehmer und verglich Symbicort als Bedarfstherapie mit Budesonid als Erhaltungstherapie plus Terbutalin bei Bedarf. Hier sollte gezeigt werden, dass Symbicort als Bedarfstherapie dem Vergleichsregime nicht unterlegen ist. Beide Studien erreichten die primären Endpunkte. So konnte Symbicort, als Bedarfstherapie eingesetzt, eine überlegene Asthma-Symptomkontrolle sowie eine Reduktion der Exazerbationsrate um 64 Prozent im Vergleich zum SABA zeigen. Außerdem war der Turbohaler – bei geringerer Steroiddosis – der Kombination Budesonid zweimal täglich plus SABA bei Bedarf in Bezug auf die jährliche Rate schwerer Exazerbationen nicht unterlegen.

Symbicort wurde im Jahr 2000 zuerst in Schweden zugelassen. Heute ist die Fixkombination in etwa 120 Ländern auf dem Markt. Formoterol ist ein langwirksamer selektiver Beta-2-Adrenorezeptor-Agonist (LABA) und kann die glatte Bonchialmuskulatur entspannen und die Atemwege erweitern. Somit ist die Atmung erleichtert. Asthma-Patienten erhalten häufig eine Kombination mit einem Glucocorticoid wie Budesonid zur Inhalation. Die körpereigenen Corticoide werden in der Nebennierenrinde gebildet. Die Hormone und die ihnen nachempfundenen Wirkstoffe binden an intrazelluläre Rezeptoren.