Vaxzevria als Booster

Studienergebnisse: Comeback für AstraZeneca Alexandra Negt, 13.01.2022 14:38 Uhr

  • Vaxzevria führt als Booster – unabhängig von der Art der Grundimmunisierung – zu einem starken Anstieg der neutralisierenden Antikörper. Foto: APOTHEKE ADHOC
Berlin -

Der Vektorimpfstoff von AstraZeneca wurde am 29. Januar 2021 in der EU zugelassen. Schon kurze Zeit später sorgte das Vakzin für Aufregung. Aufgrund von seltenen Nebenwirkungen wurde die Altersgrenze mehrere Male neu definiert. Aktuell darf Vaxzevria in Deutschland nur noch zur Immunisierung von über 60-Jährigen eingesetzt werden – bestellt werden kann der Impfstoff allerdings bereits seit Wochen nicht mehr. Nun zeigt eine Studie, dass Vaxzevria als Booster eine gute Immunantwort auslöst.

AstraZeneca teilt mit, dass der Vektorimpfstoff Vaxzevria in einer laufenden Studie eine erhöhte Antikörperantwort gegenüber mehreren Corona-Varianten zeigt, wenn der Impfstoff als Booster eingesetzt wird. Nicht nur gegen die Alpha-, Beta-, Gamma- und Delta-Variante konnte eine erhöhte Immunantwort gezeigt werden – in einer separaten Analyse zeigte sich auch eine gesteigerte Antikörperantwort bei vorliegender Omikron-Infektion.

Bereits vorangegangene Studien konnten zeigen, dass Vaxzevria als dritte Dosis im Rahmen eines homologen oder auch heterologen Impfschemas die Antikörperantwort erhöht – in die Studie wurden sowohl Proband:innen mit Vektor- als auch mit mRNA-Grundimmunisierung eingeschlossen. In einer Subanalyse der AstraZeneca-Studien Cov001 und Cov002 führte eine dritte Dosis Vaxzevria, die mindestens sechs Monate nach einer zweiten Dosis verabreicht wurde, zu einer signifikanten Erhöhung der Antikörperspiegel und einer langanhaltenden T-Zell-Antwort. Die Booster-Impfung führte überdies auch zu einer höheren neutralisierenden Aktivität gegenüber den Alpha-, Beta- und Delta-Varianten im Vergleich zu einer Behandlung mit zwei Dosen Vaxzevria.

Die erhöhte Antikörperantwort zeigte sich über alle Probanden-Gruppen hinweg – sowohl bei Vaxzevria-Geimpften, als auch bei Personen, die mit einem anderen Vektorimpfstoff oder einem mRNA-Impfstoff grundimmunisiert wurden. In einer separaten Phase-IV-Studie wurde auch die Auffrischung nach der Grundimmuniserung mit dem nicht in der EU zugelassenen Impfstoff CoronaVac (Impfstoff mit inaktivierten Viren, Sinovac) überprüft. Auch hier erhöhten sich die Antikörperspiegel erheblich. Die EMA überprüft CoronaVac aktuell im Rolling-Review-Verfahren.

Vaxzevria könnte nach diesen Studienergebnissen erneut als Booster-Impfung in den Fokus rücken. Die aktuellen Daten übermittelt AstraZeneca an Gesundheitsbehörden weltweit, sodass die nationalen Impfempfehlungen angepasst werden können. „Vaxzevria hat Millionen Menschen auf der ganzen Welt vor Covid-19 geschützt und diese Daten zeigen, dass der Impfstoff als Booster eine wichtige Rolle spielt, einschließlich bei Anwendung nach anderen Impfstoffen. Angesichts der anhaltenden Dringlichkeit der Pandemie und der verstärkten Immunantwort von Vaxzevria auf die Omicron-Variante werden wir weltweit die Zulassungsanträge für die Verwendung als dritte Dosis-Booster weiter vorantreiben.“