Simvastatin: Wechselwirkungen mit Brustkrebsmitteln 19.03.2026 10:20 Uhr
Statine gehören zu den am häufigsten verordneten Wirkstoffen und kommen in verschiedenen Indikationen zum Einsatz. Doch dabei drohen nicht nur verschiedene Neben- sondern auch Wechselwirkungen, beispielsweise mit anderen Arzneimitteln. Nun müssen die Fach- und Gebrauchsinformationen von Simvastatin um neue Hinweise zu mehreren Wirkstoffen ergänzt werden.
Wie eine Untersuchung des Ausschusses für Risikobewertung im Bereich der Pharmakovigilanz (PRAC) der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) ergeben hat, kann eine Kombination aus Simvastatin und den vor allem bei Brustkrebs eingesetzten Wirkstoffen Palbociclib und Ribociclib zu Wechselwirkungen führen. Ein kausaler Zusammenhang wird demnach unter der Berücksichtigung von Fallberichten und Co. für möglich gehalten. Daher hat die zuständige Koordinierungsgruppe der EMA beschlossen, dass die Fach- und Gebrauchsinformationen entsprechend anzupassen sind und darin von einer gleichzeitigen Anwendung abgeraten werden sollte. Außerdem soll der Hinweis ergänzt werden, dass unter einer Kombination aus Simvastatin und Palbociclib das Risiko für Rhabdomyolyse – ein Untergang der Muskelzellen – steigt.
In der Packungsbeilage wird zudem der Hinweis ergänzt, dass Patient:innen ihre/n Ärzt:in vor der Einnahme von Simvastatin informieren sollen, wenn sie gleichzeitig Palbociclib oder Ribociclib einnehmen, kürzlich eingenommen haben oder beabsichtigen einzunehmen.
Der Beschluss muss bis 26. März umgesetzt werden.
Überblick Simvastatin
Simvastatin ist ein Cholesterinsenker aus der Gruppe der Statine und hemmt das Enzym HMG-CoA-Reduktase (3-Hydroxy-3-Methylglutaryl-Coenzym-A-Reduktase), das an der Cholesterinneubildung maßgeblich beteiligt ist. Letztere wird durch die Anwendung des Statins gemindert und die Zahl an LDL-Rezeptoren auf den Leberzellen erhöht. So kann mehr LDL in die Leber aufgenommen und die Konzentration im Blut gemindert werden. Im Umkehrschluss wird weniger LDL gebildet, aber mehr abgebaut.
Der Arzneistoff besitzt zudem pleiotrope Effekte. Simvastatin wird bei bestimmten Risikofaktoren auch zur Vorbeugung kardiovaskulärer Ereignisse eingesetzt und einmal täglich am Abend eingenommen. Die medikamentöse Behandlung wird von cholesterinsenkender Diät und Gewichtsreduktion begleitet.
Zu den unerwünschten Arzneimittelwirkungen zählen unter anderem Myalgie, Myopathie und Rhabdomyolyse. Hinzukommen Wechselwirkungen mit verschiedenen Lebens- und Arzneimitteln. Vorsicht gilt beispielsweise mit Grapefruit, aber auch mit Antibiotika wie Erythromycin. Nun müssen die Fach- und Gebrauchsinformationen Simvastatin-haltiger Arzneimittel angepasst und vor weiteren Wechselwirkungen gewarnt werden.