Semaglutid-Nasenspray: Novo Nordisk stoppt Medios-Tochter 06.08.2026 12:51 Uhr
Semaglutid als Nasenspray – diese Alternative bot der niederländische Herstellbetrieb Ceban Ziekenhuisfarmacie an. Novo Nordisk ging gegen die Rezeptur vor und erwirkte in einem Patentverletzungsverfahren vor dem Bezirksgericht Den Haag eine einstweilige Verfügung gegen die Tochterfirma von Medios.
Das Gericht stellte fest, dass Ceban das ergänzende Schutzzertifikat (SPC) von Novo Nordisk für Semaglutid verletzt hat. Ceban darf die Rezeptur nicht mehr herstellen und muss Informationen zur Lieferkette offenlegen.
Die Entscheidung schützt laut Novo Nordisk Patienten vor nicht zugelassenen Semaglutid-Formulierungen. Zugelassen seien Wegovy, Ozempic und Rybelsus. Es gebe keine von einer Zulassungsbehörde genehmigte Nasenspray-Formulierung von Semaglutid.
„Patienten zu schützen bedeutet, die Integrität der Arzneimittel zu schützen, auf die sie angewiesen sind“, sagte John F. Kuckelman, Group General Counsel von Novo Nordisk. „Diese Entscheidung sendet ein klares Signal, dass geistige Eigentumsrechte, die pharmazeutische Innovationen schützen, durchgesetzt werden. Wir werden weiterhin entschlossen rechtlich gegen diejenigen vorgehen, die unsere Innovationen unrechtmäßig nutzen oder nicht zugelassene Semaglutid-Produkte auf eine Weise vermarkten, die die Patientensicherheit gefährdet und den regulatorischen Rahmen untergräbt, der Patienten schützt.“
Rezepturen seien nicht von Zulassungsbehörden geprüft oder zugelassen worden, so der Hersteller. Sie hätten keine klinischen Studien durchlaufen, die erforderlich wären, um Sicherheit, Wirksamkeit, Qualität oder konsistente Herstellungsstandards nachzuweisen. Novo Nordisk stelle keine individuell zubereiteten Versionen von Semaglutid her, vertreibe diese nicht und unterstütze sie auch nicht; zudem sei bislang keine Formulierung von Semaglutid als Nasenspray von einer Zulassungsbehörde genehmigt worden.
Novo Nordisk investiert nach eigenen Angaben erheblich in Forschung und Entwicklung, um innovative Behandlungen für Menschen mit schweren chronischen Erkrankungen zu erforschen und bereitzustellen. Der Schutz geistigen Eigentums spiele eine entscheidende Rolle dabei, diese Investitionen zu ermöglichen und kontinuierliche medizinische Innovationen zu fördern. Man setze sich daher weiterhin dafür ein, Rechte am geistigen Eigentum gegebenenfalls zu schützen und regulatorische Rahmenbedingungen zu unterstützen, die sicherstellen, dass Patienten Arzneimittel erhalten, welche die etablierten Standards für Qualität, Sicherheit und Wirksamkeit erfüllen.