seltene Augeninfektion

Schwimmbad-Konjunktivitis: Chlamydien als Auslöser 28.07.2026 12:34 Uhr

Berlin - 

Eine Bindehautentzündung kann verschiedene Auslöser haben, dazu gehören auch Chlamydien. Zwar ist die von Chlamydien ausgelöste Schwimmbad-Konjunktivitis selten, kann aber im schlimmsten Fall zur Erblindung führen. 

Chlamydien sind die Erreger der häufigsten sexuell übertragbaren Infektion (STI) und können auch eine Bindehautentzündung auslösen. Die Rede ist auch vom Paratrachom – oder bei Neugeborenen von der Einschlusskörperchen-Konjunktivitis, die durch bestimmte Stämme des Bakteriums Chlamydia trachomatis hervorgerufen wird. Für die Schwimmbad-Konjunktivitis sind die Serotypen D-K als Auslöser bekannt.

Ursache der Infektion ist der Kontakt mit Absonderungen der Genitalien einer Person mit genitaler Chlamydieninfektion. In seltenen Fällen wird diese Form der Bindehautentzündung durch kontaminiertes, unvollständig gechlortes Schwimmbadwasser übertragen. „Die selten auftretende „Schwimmbadkonjunktivitis ist eher eine Folge sexueller Aktivitäten als Folge einer Übertragung durch Wasser in Schwimmbädern“, heißt es vom Robert Koch-Institut (RKI).

Anzeichen der seltenen Bindehautentzündung sind Rötung, Brennen und Juckreiz, gefolgt von einem weißlich-schleimigen Sekret, das für ein Verkleben der Augen sorgen kann. Die Inkubationszeit kann acht bis 14 Tage betragen. Bestätigt sich der Verdacht einer Schwimmbad-Konjunktivitis, wird mit Antibiotika behandelt. Zum Einsatz kommen antibiotische Augentropfen, die mit einer systemischen Antibiose kombiniert werden können. Verordnet werden beispielsweise Erythromycin und Azithromycin. Zudem sind Hygieneregeln zu beachten. Als Schutz vor einer Infektion empfiehlt es sich, eine Schwimmbrille zu tragen und auf Kontaktlinsen zu verzichten.

Überblick: Infektiöse Bindehautentzündung

Bakterien sind als Auslöser sind Staphylokokken, Pseudomonas oder Chlamydia trachomatis bekannt. Das Auge sondert ein wässriges, eitriges oder schleimiges Sekret ab. Am Morgen ist das Auge meist verklebt. Außerdem können die Lymphfollikel anschwellen.

Achtung: Die Infektion kann sich auch auf das andere Auge übertragen. Hygiene ist das A und O.

Viren: Verursachen Adenoviren die Keratoconjunctivitis epidemica, ist dies sehr ansteckend. Die Augen tränen, jucken und sind geschwollen. In der Bindehaut befinden sich weiße Blutkörperchen. Kommt es zu einer Entzündung, schwellen diese Ansammlungen häufig zu kleinen Bläschen, sogenannten Follikeln, an. Eine virale Bindehautentzündung tritt oft in Kombination mit einem grippalen Infekt, Windpocken oder Masern auf.

Neugeborenenkonjunktivitis: Vor allem Neugeborene leiden häufig unter einer Bindehautentzündung. Der Grund: Die Tränenflüssigkeit kann meist nicht richtig abfließen, da der Tränen-Nasen-Kanal noch sehr eng ist – ein ideales Milieu für Keime, die eine Entzündung auslösen können, entsteht.

Nicht infektiöse Bindehautentzündung

Allergie als Ursache: Pollen, Kosmetika oder Staub können akute und chronische Bindehautentzündungen auslösen. Die Betroffenen klagen über starken, unerträglichen Juckreiz und tränende Augen.

Weitere Ursachen können ein trockenes Auge, ein Fremdkörper oder Zugluft, Chlorwasser sowie eine andere Augenerkrankung sein.

Behandlung

Bakterielle Konjunktivitis: Zum Einsatz kommen antibiotische Salben (meist zur Nacht) und Tropfen (meist über den Tag). Zum Teil auch in Kombination mit Glukokortikoiden.

Achtung: Glukokortikoide können den Augeninnendruck erhöhen und die Entstehung eines Grauen Stars fördern. Sie sollten maximal zehn Tage in Folge angewendet werden.

Virale Konjunktivitis: Anwendung finden antivirale Ophthalmika mit Wirkstoffen wie Aciclovir, Ganciclovir oder Brivudin.

Allergische Konjunktivitis: Geträufelt werden Antihistaminika, Mastzellstabilisatoren oder auch Glukokortikoide.

Sogenannte Weißmacher (Alpha-Sympathomimetika) können bei nichtinfektiösen Bindehautentzündungen kurzfristig eingesetzt werden. Außerdem sind antientzündliche Augentropfen mit Salicylsäure eine Therapieoption.

Zusatztipps

Keine Kamille, kein Teebeutel

Von Kompressen mit Kamille oder dem Auflegen von Teebeuteln ist abzuraten. Zu groß ist die Gefahr von allergischen Reaktionen. Außerdem können so Bakterien in das Auge gelangen.

Keine Kontaktlinsen, kein Augen-Make-up

Wer unter einer Bindehautentzündung leidet, sollte die Kontaktlinsen im Schrank lassen und auf die Brille umsteigen. Der Fremdkörper kann das Auge zusätzlich reizen und die Heilung verzögern. Gleiches gilt für Augen-Make-up, zudem können pathogene Keime in die Kosmetika und so jeden Tag aufs Neue ins Auge gelangen.

Nicht reiben, Handtücher wechseln, richtige Hygiene

Finger weg! Diese Devise gilt, auch wenn das Auge höllisch juckt und Reibung und Wischen den Juckreiz scheinbar lindern – dabei wird die Infektion nur gefördert. Vor allem, wenn die Infektion bakteriellen oder viralen Ursprungs ist, sollte auf eine ausreichende Hygiene geachtet werden, um nicht noch andere anzustecken. Daher sollten Betroffene auch ein eigenes Handtuch benutzen.