Kortison statt Antibiotikum

Prednisolon statt Oxytetracyclin: Augensalbe muss zurück 08.04.2026 16:03 Uhr

Berlin - 

Bei Oxytetracyclin-Augensalbe Jenapharm (Mibe) gibt es einen Rückruf. Eine Charge ist betroffen – Apotheken sollen das Warenlager überprüfen. 

Oxytetracyclin-Augensalbe Jenapharm 10 mg/g zu 5 g muss in der Charge 250202 zurück. Grund ist eine Meldung, dass in einer Packung der genannten Charge statt Oxytetracyclin-Augensalbe eine Tube Prednisolon-Augensalbe enthalten war. Weil eine Untermischung bei der Sekundärverpackung nicht ausgeschlossen werden kann, müssen nun alle Packungen Oxytetracyclin-Augensalbe Jenapharm mit der Chargenbezeichnung 250202 vorsorglich zurück. Weitere Chargen sind nicht betroffen.

Apotheken werden gebeten, das Warenlager zu überprüfen und betroffene Packungen per APG-Formular über den Großhandel zurückzuschicken.

Oxytetracyclin-Augensalbe ist zugelassen zur Behandlung von durch Oxytetracyclin-empfindliche Erreger hervorgerufene akute und chronische bakterielle Infektionen des vorderen Augenabschnittes. Dazu gehören Konjunktivitis, Blepharitis und Hornhautulcus als Komplikation einer Keratitis oder auch Verletzungen, Verätzungen und Verbrennungen. Das Breitbandantibiotikum aus der Gruppe der Tetracycline, dessen Wirkung auf die Hemmung der Proteinbiosynthese durch reversible Blockade der Bindungsstelle der Aminoacyl-t-RNS an der 30S-Untereinheit des Ribosoms zurückzuführen ist. Die Folge ist eine Unterbrechung der Elongation der Peptidkette.

Prednisolon-Augensalbe wird zur lokalen Behandlung schwerer nichtinfektiöser entzündlicher sowie allergischer Erkrankungen des vorderen Augenabschnittes angewendet. Dazu gehören beispielsweise schwere allergische Konjunktivitis, schwere und mittelschwere Konjunktivitis vernalis und schwere allergische Blepharitis. Außerdem kommt das Arzneimittel nach Verätzungen, Verbrennungen und Hornhautverletzungen sowie zur Verminderung postoperativer Erscheinungen zum Einsatz. Prednisolon gehört zu den nichtfluoriertes Glukokortikoiden. Der Wirkstoff besitzt antiphlogistische (antiexsudativ und antiproliferativ) sowie immunsuppressive Eigenschaften durch Hemmung der Freisetzung und Wirkung von Mediatoren der Entzündungs- und Immunreaktionen wie Prostaglandinen und Leukotrienen.