PPI-Langzeittherapie kann Asthma verschlimmern 31.07.2026 14:16 Uhr
Protonenpumpenhemmer (PPI) gehören zu den am häufigsten verordneten Präparaten. Dass die Einnahme beispielsweise einen Vitamin-B12-Mangel auslösen kann, ist bekannt. Eine Studie zeigt nun ein Risiko für Asthmatiker:innen.
PPI werden unter anderem zur Behandlung von verschiedenen Ulzera, der Refluxkrankheit oder Helicobacter pylori im Rahmen der Triple-Therapie eingesetzt. Die Stoffgruppe ist Standardtherapie zur Behandlung säurebedingter Magen-Darm-Beschwerden und wird als Magenschutz verordnet, da die Wirkstoffe die Magensäuresekretion durch eine irreversible Hemmung der Protonenpumpe vermindern. Für Asthmatiker:innen gilt: PPI sollten so kurz wie möglich angewendet werden. Andernfalls droht eine Verschlechterung der Erkrankung.
PPI-Langzeittherapie: Vorsicht bei Asthma
Das ist das Ergebnis einer internationalen Studie der Universität Gent und des Erasmus Universitätsklinikums Rotterdam. Demnach war die Anwendung von Säureblockern generell mit einem erhöhten Risiko für Krankheitsschübe – Exazerbationen – verbunden. Dabei stieg die Gefahr mit zunehmender Dosis und Einnahmedauer.
Dafür wurden die Daten von mehr als 932.000 Patient:innen ausgewertet, die wegen Asthma oder COPD in Behandlung waren. Knapp jede:r Zweite nahm regelmäßig PPI ein. Wurden diese dauerhaft genutzt, führte dies zu einem im Schnitt um 18 Prozent erhöhten Risiko für eine akute Verschlechterung der Erkrankung. Bei rund einjähriger Anwendung und höherer Dosierung stieg die Gefahr sogar um bis zu 25 Prozent. Dabei war der Zusammenhang vor allem bei Patient:innen unter 50 Jahren, Asthmatiker:innen und bei Personen ohne diagnostizierte Refluxkrankheit ausgeprägt.
Mögliche Gründe sind einerseits eine Beeinflussung der Darmflora und damit verbunden die Förderung von Entzündungsprozessen im Körper beziehungsweise in der Lunge, andererseits eine Veränderung des Magensäure-pH-Werts und womöglich ein Vitamin- und Mineralstoffmangel.
Somit gilt: Bei Asthma sollten PPI am besten so kurz und gering dosiert wie möglich eingesetzt werden. Ein eigenmächtiges Absetzen der Präparate sollte jedoch nicht erfolgen, erst recht nicht, wenn eine Refluxkrankheit vorliegt. Stattdessen kann unter ärztlicher Betreuung regelmäßig überprüft werden, ob eine PPI-Therapie weiterhin angezeigt ist oder nicht.
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