Paracetamol verstärkt Warfarin 20.04.2026 13:59 Uhr
Paracetamol gilt in Kombination mit Antikoagulantien als sichere Behandlungsoption bei Schmerzen. Doch das nichtopioide Analgetikum kann bei wiederholter Einnahme die Wirkung von Antikoagulantien – vor allem von Warfarin – verstärken.
Wirkstoffcheck
Paracetamol ist in verschiedenen Darreichungsformen auf dem Markt. Das Acetamid besitzt schmerzlindernde und fiebersenkende Eigenschaften. Das nicht-saure Antipyretikum ist jedoch kaum entzündungshemmend und der Wirkmechanismus noch nicht eindeutig geklärt. Man weiß jedoch, dass der Arzneistoff eine ausgeprägte Hemmung der cerebralen Prostaglandinsynthese bewirkt und die periphere Prostaglandinsynthese nur schwach hemmt. Die antipyretische Wirkung von Paracetamol ist auf einen Effekt auf das Temperaturregulationszentrum im Hypothalamus zurückzuführen.
Dosiert wird in Abhängigkeit von Alter und Gewicht. Die empfohlene Dosis liegt bei 10 mg/kg Körpergewicht als Einzeldosis und kann im Abstand von sechs Stunden eingenommen werden. Pro Tag sollte nicht mehr als 60 mg Paracetamol pro kg Körpergewicht verabreicht werden. Entsprechend können ab einem Gewicht von 50 kg 1000 mg Paracetamol als Einzeldosis eingenommen werden – das entspricht maximal drei Tabletten täglich. Vorsicht ist bei Patient:innen mit Leber- und Nierenfunktionsstörungen geboten. Der Wirkstoff wird in der Leber metabolisiert.
Warfarin gehört zu den Vitamin-K-Antagonisten und vermindert die Vitamin-K-vermittelte Aktivierung der Gerinnungsfaktoren. Der Wirkstoff kommt zur Behandlung und Prophylaxe von Thrombose und Embolie sowie bei der Langzeitbehandlung eines Herzinfarktes, wenn ein erhöhtes Risiko für thromboembolische Komplikationen besteht, zum Einsatz.
Warfarin und Paracetamol gelegentlich kein Problem
Laut Fachinformation kann die wiederholte Einnahme von Paracetamol über mehr als eine Woche die Wirkung von Antikoagulantien – insbesondere von Warfarin – verstärken. Eine Langzeitanwendung von Paracetamol bei Patient:innen, die mit Antikoagulantien behandelt werden, sollte daher nur unter ärztlicher Kontrolle erfolgen.
Studienergebnisse zeigen, dass Paracetamol in einer Dosierung von 4 g/Tag bei Patienten unter einer stabilen Therapie mit Warfarin zu einem signifikanten Anstieg des INR-Werts führte und somit das Blutungsrisiko erhöhte. Der Mechanismus der Wechselwirkung ist vermutlich auf einen Paracetamol-Metaboliten zurückzuführen, der Enzyme hemmt, die an der Synthese der Vitamin-K-abhängigen Gerinnungsfaktoren beteiligt sind.
Weiterhin hilt: Die gelegentliche Einnahme von Paracetamol hat keine signifikanten Auswirkungen auf die Blutungsneigung.