PCM vs. Ibuprofen

Paracetamol erhöht Risiko für Nierensteine 25.06.2026 11:45 Uhr

Berlin - 

Paracetamol ist das Mittel der Wahl bei leichten bis mäßigen Schmerzen und Fieber. Das Analgetikum gilt allgemein als gut verträglich und magenfreundlich. Dass unter Paracetamol das Risiko für Nierensteine steigen kann, zeigt eine aktuelle Studie.

Eine aktuelle Studie untersuchte den Zusammenhang zwischen der regelmäßigen Einnahme von Paracetamol oder Ibuprofen und dem Risiko, Nierensteine ​​zu entwickeln. In den Packungsbeilagen Paracetamol- sowie Ibuprofen-haltiger Arzneimittel heißt es, dass die gewohnheitsmäßige Einnahme von Schmerzmitteln – insbesondere bei Kombinationen – zu einer dauerhaften Nierenschädigung mit dem Risiko eines Nierenversagens (Analgetika-Nephropathie) führen kann.

Neue Studienergebnisse zeigen nun, dass unter Paracetamol das Risiko für Nierensteine steigt. Für Ibuprofen konnte der Zusammenhang jedoch nicht beobachtet werden.

Nierensteine: PCM vs. Ibuprofen

In den Produktinformationen Paracetamol-haltiger Arzneimittel wird nicht explizit vor Nierensteinen gewarnt. Allerdings findet sich der Hinweis, dass vor der Einnahme Arztrücksprache zu halten ist, wenn Patient:innen beispielsweise an einer Nierenfunktionsstörung leiden. Bei einer vorliegenden Niereninsuffizienz wird zudem eine Dosisreduktion empfohlen. Der Abstand zwischen den einzelnen Dosen muss außerdem mindestens sechs Stunden betragen, bei schweren Fällen sogar acht Stunden.

Ein chinesisches Forscherteam hat herausgefunden, dass die regelmäßige Einnahme von Paracetamol mit dem Auftreten von Nierensteinen verbunden sein kann. Dafür wurden in einer prospektiven Kohortenanalyse Daten aus der UK Biobank von knapp 484.000 Teilnehmenden ohne vorangegangene Nierensteine ausgewertet. Überprüft wurde, wie sich ein Dauergebrauch – Einnahme an den meisten Tagen der Woche in den letzten vier Wochen – von Paracetamol oder Ibuprofen auf die Nierengesundheit auswirkte. Dabei wurden demografische, lebensstilbedingte, genetische und klinische Faktoren berücksichtigt.

Risiko für Nierensteine unter Paracetamol erhöht

Das Ergebnis: In den knapp 14 Jahren Nachbeobachtungszeit traten mehr als 6600 Fälle von Nierensteinen auf. Dabei war das Risiko für Nierensteine unter Paracetamol besonders erhöht – um 17 Prozent –, unter Ibuprofen dagegen nicht. Laut den Forschenden war die regelmäßige Paracetamol-Einnahme signifikant mit einem erhöhten Nierensteinrisiko assoziiert, wobei der Effekt bei Nicht-Diabetiker:innen stärker ausgeprägt war im Vergleich zu Diabetiker:innen.

„Die Analyse von Veränderungen im Einnahmeverhalten zeigte, dass die erstmalige oder regelmäßige Einnahme von Paracetamol mit einem signifikant höheren Risiko verbunden war, während auch regelmäßige Ibuprofen-Anwender ein erhöhtes Risiko aufwiesen.“

Paracetamol besitzt analgetische und antipyretische Eigenschaften. Letztere werden auf einen Einfluss auf das Temperaturregulationszentrum im Hypothalamus zurückgeführt. Außerdem bewirkt Paracetamol eine Hemmung der cerebralen Prostaglandinsynthese und hemmt die periphere Prostaglandinsynthese nur schwach. Der genaue Wirkmechanismus des Wirkstoffs ist jedoch weiterhin nicht abschließend geklärt.