Neues Arzneimittel gegen Nesselsucht 02.07.2026 14:35 Uhr
Urtikaria – Nesselsucht – ist eine der häufigsten Hauterkrankungen und kann auch chronisch spontan auftreten. Erreichen Betroffene mit Antihistaminika keinen ausreichenden Behandlungserfolg, steht mit Rhapsido (Remibrutinib, Novartis) eine neue Therapieoption zur Verfügung.
Ausschlag, Quaddeln, Juckreiz und Brennen gehören zu den typischen Symptomen einer Urtikaria. Ist die Erkrankung chronisch, können unter anderem Schlafstörungen das Wohlbefinden und die Lebensqualität mindern. Bei der chronischen spontanen Urtikaria gibt es keinen auslösenden Reiz, denn es handelt sich nicht um eine Allergie. Die Schübe sind willkürlich, ohne Anlass und nicht vermeidbar. Ursache können beispielsweise chronische Infektionen, nicht-allergische Überempfindlichkeitsreaktionen oder auch Autoimmunerkrankungen sein.
Gemäß Leitlinie wird mit Antihistaminika behandelt und im schweren Akutfall mit oralen Glucocorticoiden. Außerdem können Omalizumab und, bei Versagen der Therapie, Ciclosporin angewendet werden. Mit Remibrutinib kommt eine neue Behandlungsoption hinzu.
Rhapsido wird angewendet zur Behandlung der chronischen spontanen Urtikaria bei Erwachsenen mit unzureichendem Ansprechen auf eine Behandlung mit H1-Antihistaminika. Zweimal täglich soll eine Tablette zu 25 mg – morgens und abends – eingenommen werden. Das Arzneimittel kann mit oder ohne Nahrung geschluckt werden.
Remibrutinib ist ein selektiver Bruton-Tyrosinkinase-Hemmer. Die Wirkung des Immunsuppressivums bei chronisch spontaner Urtikaria wird durch die Hemmung der Degranulation von Mastzellen und Basophilen erreicht, einschließlich der Freisetzung von Histamin und anderen proinflammatorischen Mediatoren.