Clesrovimab

Neuer Antikörper zur RSV-Prophylaxe 08.06.2026 09:18 Uhr

Berlin - 

Mit Enflonsia (Clesrovimab, MSD) steht seit Juni ein neuer Antikörper zur Prophylaxe des Respiratorischen Synzytial-Virus (RSV) zur Verfügung.

Enflonsia ist zugelassen zur Prävention von RSV-Erkrankungen der unteren Atemwege bei Neugeborenen und Säuglingen während ihrer ersten RSV-Saison. Werden Kinder während der RSV-Saison geboren, sollen sie Enflonsia nach der Geburt erhalten. Findet die Geburt außerhalb der Saison statt, ist der lang wirksame monoklonale Antikörper vor Beginn der ersten RSV-Saison zu verabreichen. Die empfohlene Dosierung beträgt 105 mg Clesrovimab als einmalige intramuskuläre Injektion. Zu den häufigsten unerwünschten Wirkungen zählen Schmerzen, Schwellungen, Ausschlag oder Erythem an der Injektionsstelle.

Wechselwirkungen

Monoklonale Antikörper haben in der Regel kein signifikantes Interaktionspotenzial, denn sie beeinflussen Cytochrom-P450-Enzyme nicht direkt. Zudem sind sie keine Substrate hepatischer oder renaler Transporter. Und auch indirekte Effekte auf CYP-450-Enzyme sind unwahrscheinlich.

Kombi mit anderen Kinderimpfstoffen

Ziel von Clesrovimab ist ein exogenes Virus. Da der monoklonale Antikörper der passiven Immunisierung dient, ist nicht zu erwarten, dass die aktive Immunantwort auf gleichzeitig angewendete Impfstoffe beeinflusst wird.

Wenn auch die Erfahrungen nur begrenzt sind, zeigen klinische Studien, in denen Clesrovimab zusammen mit anderen Kinderimpfstoffen angewendet wurde, dass das Sicherheitsprofil der Kombination dem der getrennten Gabe der Kinderimpfstoffe ähnelt. „Clesrovimab kann gleichzeitig mit Kinderimpfstoffen angewendet werden“, heißt es daher in der Fachinformation. Allerdings sollten getrennte Spritzen und eine andere Injektionsstelle gewählt werden.

Daten zum Austausch von Palivizumab durch Clesrovimab liegen nicht vor, sofern eine Prophylaxe mit Palivizumab für die RSV-Saison bereits begonnen wurde.

Clesrovimab ist ein vollständig humaner, neutralisierender monoklonaler Immunglobulin-G1-kappa (IgG1κ)-Antikörper und sorgt für eine passive Immunisierung, indem das Fusionsprotein der äußeren RSV-Membran angegriffen und so das Eindringen des Virus in die Zellen verhindert wird.

RSV

RSV ist weltweit verbreitet und kann akute Atemwegserkrankungen auslösen. Diese treten in der Regel im Herbst und Winter gehäuft auf. Bis zum Ende des zweiten Lebensjahres haben fast alle Kinder eine RSV-Infektion durchgemacht. Das Problem: Insbesondere Frühgeborene und Säuglinge mit bestimmten Grunderkrankungen, sowie Erwachsene ab einem Alter von 75 Jahren und ältere Erwachsene mit bestimmten Vorerkrankungen haben ein erhöhtes Risiko, schwer an einer RSV-Infektion zu erkranken.