Wurmmittel

Levamisol: EMA empfiehlt Rücknahme vom Markt 20.02.2026 12:03 Uhr

Berlin - 

Der Sicherheitsausschuss (PRAC) der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) hat im Februar 2026 die Marktrücknahme von Arzneimitteln mit dem Wirkstoff Levamisol empfohlen.

Levamisol ist ein Anthelminthikum gegen parasitäre Wurminfektionen. Es wurde sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern eingesetzt, um Infektionen mit Wurmarten wie Spulwürmern oder Hakenwürmern zu behandeln. Der Wirkstoff lähmt die Muskulatur der Parasiten, sodass diese über den Darm ausgeschieden werden können.

Über internationale Apotheke beziehbar

In Deutschland ist das Mittel zwar nicht mehr direkt zugelassen, war bisher aber noch über internationale Apotheken als Einzelimport beziehbar. Die Empfehlung zur Rücknahme basiert auf einer europaweiten Sicherheitsprüfung, welche belegen konnte, dass der Nutzen von levamisolhaltigen Medikamenten die Risiken nicht mehr überwiegt.

Da Levamisol meist zur Behandlung eher milder Wurminfektionen eingesetzt wird, für die es sicherere alternative Therapiemöglichkeiten gibt, hält die EMA den Verbleib am Markt für nicht mehr vertretbar. Ein entscheidender Faktor für die Rücknahme ist zudem, dass keine wirksamen Maßnahmen gefunden wurden, um die spezifischen Risiken zu minimieren, und keine bestimmte Risikogruppe eingegrenzt werden konnte.

Lebensbedrohliche Komplikation

Das Risiko einer Leukoenzephalopathie war hierbei entscheidend. Bei der seltenen, aber sehr schwerwiegenden Erkrankung des Gehirns, wird die weiße Substanz geschädigt. Die Schädigung kann zu massiven neurologischen Beeinträchtigungen führen und im schlimmsten Fall sogar lebensbedrohlich sein.

Die Daten zeigten, dass diese gefährliche Nebenwirkung bereits nach einer einzelnen Dosis auftreten kann. Zudem können die Symptome zeitverzögert erst Wochen oder sogar Monate nach der Einnahme sichtbar werden, was die Diagnose erheblich erschwert.

Gefährliches Streckmittel

Ein weiteres Problem stellt der illegale Gebrauch dar: Levamisol wird häufig als Streckmittel in Kokain gefunden, da es in den Produktionsländern günstig zur Verfügung steht. Untersuchungen zeigen regelmäßig, dass ein Großteil des in Europa und den USA beschlagnahmten Kokains Levamisol enthält.