Krebsforschung

Großer Erfolg für Avelumab APOTHEKE ADHOC, 19.05.2016 11:01 Uhr

Gute Zwischenergebnisse: Der Hoffnungsträger von Merck, Avelumab, zeigte eine gute Ansprechrate bei Krebspatienten. Foto: Merck
Berlin - 

Der Darmstädter Konzern Merck kommt bei der Entwicklung seines größten Hoffnungsträgers, der Krebsimmuntherapie Avelumab, voran. In einer klinischen Studie der Phase II zur Behandlung einer seltenen und bösartigen Form des Hautkrebses hätten 29,5 Prozent der Patienten auf das Mittel angesprochen, ergab eine von Merck veröffentlichte Zwischenanalyse.

Knapp 10 Prozent der Patienten, die alle zuvor bereits eine Chemotherapie erhalten hatten und deren Erkrankung danach fortgeschritten war, seien nach einer knapp sechsmonatigen Behandlung mit Avelumab tumorfrei gewesen. Die endgültigen Studiendaten will Merck am 6. Juni auf dem weltgrößten Krebskongress ASCO in Chicago veröffentlichen. Noch gibt es keine zugelassene Möglichkeit zur Behandlung des sogenannten metastasierten Merkelzellkarzinoms.

Die US-Gesundheitsbehörde FDA hatte Merck bereits eine beschleunigte Prüfung der Zulassung für das Medikament zugesagt. Avelumab wurde für die Behandlung des Merkelzellkarzinoms zudem der Status eines Therapiedurchbruchs (Breakthrough Therapy) von der Behörde erteilt. Damit bescheinigte sie dem Mittel das Potenzial für einen erheblichen Behandlungsfortschritt – es soll möglichst zügig zu den Patienten gelangen.

Avelumab ist ein humaner monoklonaler IgG1-Antikörper, der spezifisch an den programmierten Zelltod-Liganden 1 (PD-L1) bindet. Als sogenannter Checkpoint Inhibitor besitzt der Wirkstoff einen dualen Wirkmechanismus: Durch das Unterbinden der Interaktionen von PD-L1 mit anderen Liganden soll Avelumab eine Aktivierung der T-Zellen und der spezifischen Immunabwehr bewirken können. Des Weiteren wird vermutet, dass Avelumab mit seinem nativen Fc-Fragment das körpereigene Immunsystem aktiviert und eine Antikörper-abhängige zelluläre Zytotoxizität (ADCC) auslöst.

Merck rechnet 2017 mit der ersten Markteinführung des Medikaments. Bis 2022 soll mindestens eine weitere Marktzulassung pro Jahr hinzukommen. Die Darmstädter haben für ihren Hoffnungsträger eine Allianz mit dem US-Pharmariesen Pfizer vereinbart und haben mehrere klinische Studien in verschiedenen Krebsarten mit Avelumab laufen, darunter Lungenkrebs, Brustkrebs, Magenkrebs, Eierstockkrebs, Blasenkrebs, Hautkrebs und Tumoren des Mesothels.