Chemotherapie

Knoblauch steigert Docetaxel-Wirkung Désirée Kietzmann, 02.05.2008 12:56 Uhr

Berlin -

Die Wirkung des Chemotherapeutikums Docetaxel lässt sich einer neuen Untersuchung zufolge durch die Kombination mit S-Allylmercapto-Cystein (SMAC), einem Inhaltsstoff des Knoblauchs, steigern. Krebsforscher um Dr. Edward Howard von der Universität Hongkong gehen in der neuen Ausgabe des „International Journal of Cancer“ davon aus, dass bei einer Chemotherapie in Kombination mit SMAC bei gleicher Wirksamkeit die Docetaxel-Dosis reduziert werden könnte, um die Nebenwirkungen einzudämmen.

Docetaxel, das hauptsächlich bei Brust- und Prostatakrebs eingesetzt wird, hat vor allem bei älteren Patienten starke Nebenwirkungen. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass SMAC das Wachstum von drei verschiedenen Prostatakrebs-Zelllinien drosselt: Bei Mäusen, denen Prostatakrebs transplantiert worden war, reduzierte die Kombibehandlung Docetaxel-SMAC die Tumorgröße um 84 Prozent, eine Verbesserung von 37 Prozent im Vergleich zur Docetaxel-Monotherapie.

Docetaxel ist ein halbsynthetisches Derivat des aus der Rinde der pazifischen Eibe stammenden Paclitaxels. Seine zytostatische Wirkung entfaltet es, indem es den Abbau der Mikrotubuli hemmt. Zu den gefährlichen Nebenwirkungen gehört die Verminderung der neutrophilen Granulozyten, die bei mehr als 90 Prozent der Patienten auftritt.