Karies durch Asthma-Inhalatoren? 01.04.2026 15:10 Uhr
Häufige Mundatmung und die Nutzung von Inhalatoren stehen seit Langem im Verdacht, das Kariesrisiko bei asthmakranken Jugendlichen zu erhöhen. Eine umfassende Datenauswertung von mehr als 3000 Jugendlichen aus Rotterdam liefert nun wissenschaftliche Erkenntnisse über diesen möglichen Zusammenhang. Die bislang größte Studie ihrer Art zeigt, ob die Therapie tatsächlich die Gesundheit der bleibenden Zähne beeinflusst.
Da Asthma die häufigste chronische Erkrankung bei Kindern ist, wird oft ein Zusammenhang mit Karies vermutet. „Asthma und Zahnkaries könnten durch häufige Mundatmung und die Anwendung von inhalativen Asthma-Medikamenten miteinander verknüpft sein“, erklären die Forschenden.
Bisher lieferte die Literatur jedoch keine eindeutigen Belege für ein erhöhtes Risiko im bleibenden Gebiss. Da Karies weltweit mehr als zwei Milliarden Menschen betrifft, untersuchten die Wissenschaftler:innen nun die Ursachen genauer. „Ziel dieser Studie war deshalb es zu untersuchen, ob Asthma, das Alter bei Krankheitsbeginn und die Einnahme von Asthma-Medikamenten mit der Karieserfahrung von 13-jährigen Jugendlichen zusammenhängen.“
Über 3000 Jugendliche untersucht
Die Untersuchung stützt sich auf Daten von mehr als 3000 Jugendlichen der Rotterdamer Langzeitstudie „Generation R“. Das Durchschnittsalter der Teilnehmenden betrug 13,6 Jahre. Über mehrere Jahre hinweg dokumentierten die Eltern regelmäßig Angaben zu Asthmadiagnosen und Medikamentennutzung, während Zahnärzte den Gesundheitszustand der bleibenden Zähne klinisch erfassten.
Zur Messung der Karieserfahrung diente der sogenannte DMFT-Index, der die Anzahl fauler, fehlender oder gefüllter Zähne zusammenfasst. Um die Ergebnisse abzusichern, setzten die Forschenden statistische Rechenmodelle ein, mit denen verfälschende Einflüsse wie das soziale Umfeld, die Ernährung oder das Mundhygieneverhalten herausgefiltert wurden.
Kein Zusammenhang
Das Ergebnis: In der untersuchten Gruppe wiesen zwar 35,2 Prozent der Jugendlichen eine Karieserfahrung und 15,3 Prozent eine Asthmadiagnose auf, doch die statistische Auswertung ergab keinen Zusammenhang zwischen beidem.
Weder die Erkrankung selbst noch der Zeitpunkt ihres Ausbruchs oder die Art der verwendeten Medikamente erhöhten das Risiko für Zahnschäden.
Das Fazit der Forschenden: „Als die bislang größte an Jugendlichen durchgeführte Studie wurden keine Zusammenhänge zwischen Asthma oder Asthma-Medikamenten und Zahnkaries festgestellt. Dies deckt sich mit den Ergebnissen mehrerer großer, bevölkerungsbasierter Kohortenstudien und unterstreicht die Aussagekraft dieser Befunde.“
Die Studie mit dem Titel „Asthma, Medication Use, and Dental Caries in Adolescents: A Population-Based Study“ wurde in Rotterdam durchgeführt und in der Fachzeitschrift „Caries Research“ veröffentlicht.