Jod: Empfehlung für Säuglinge verdoppelt 23.01.2026 11:11 Uhr
Für Jod wurden neue Referenzwerte von der Deutschen Gesellschaft (DGE) für Ernährung festgelegt – auch für Säuglinge. Für Babys jünger als vier Monate hat sich die Empfehlung verdoppelt. Außerdem sollen Schwangere Supplemente einnehmen.
Jod wird vom Körper nicht selbst gebildet und muss daher zugeführt werden, und zwar in ausreichenden Mengen, um einem Mangel und den damit verbundenen Folgen entgegenzuwirken. Das Spurenelement wird beispielsweise für den Aufbau der Schilddrüsenhormone benötigt und ist für die Steuerung verschiedener Stoffwechselprozesse wichtig.
Zwar habe sich mit der Einführung von jodiertem Speisesalz und der Anreicherung des Tierfutters die Jodzufuhr insgesamt verbessert, dennoch zeigen Daten des Robert Koch-Institutes (RKI) einen rückläufigen Trend in der Jodversorgung. Laut DGE haben 44 Prozent der Kinder und Jugendlichen sowie 32 Prozent der Erwachsenen ein Risiko für eine zu geringe Jodzufuhr. Nach WHO-Kriterien herrsche in Deutschland ein milder Jodmangel.
Eine längerfristige Jod-Unterversorgung kann zu Funktionsstörungen der Schilddrüse mit weitgehenden gesundheitlichen Auswirkungen führen. Daher empfiehlt die DGE für eine ausreichende Jodzufuhr eine konsequente Verwendung von jodiertem Speisesalz, täglich Milch und Milchprodukte sowie ein bis zwei Mal pro Woche Seefisch oder andere marine Lebensmittel zu essen.
Jod-Bedarf für Babys verdoppelt
Schwangere und Stillende haben einen Mehrbedarf und sollten sich nicht nur ausgewogenen ernähren und jodiertes Speisesalz verwenden, sondern auch ein Supplement mit 100 µg (bis 150 µg) Jod pro Tag einnehmen. Liegen Schilddrüsenerkrankungen vor, sollte vorab Arztrücksprache gehalten werden.
Die DGE hat gemeinsam mit der Österreichischen Gesellschaft für Ernährung (ÖGE) neue Empfehlungen für die tägliche Jodzufuhr ausgesprochen:
- Für Jugendliche ab 13 Jahren und Erwachsene ab 19 Jahren gelten 150 µg/Tag als Referenzwert.
- Schwangere und Stillende haben einen erhöhten Bedarf von 220 µg beziehungsweise 230 µg pro Tag.
- Für Babys, Kleinkinder und Kinder gelten geringere Mengen zwischen 80 μg und 120 μg täglich.
Der Referenzwert für Säuglinge bis vier Monate liegt nun bei 80 µg/Tag und hat sich verdoppelt. Der Grund: Die Neubewertung basiert zusätzlich auf aktuellen Bilanzstudien und nicht, wie zuvor, nur auf dem Jodgehalt der Muttermilch.
Ein Jodmangel kann sich auf die Gesundheit auswirken. Bereits in der Schwangerschaft sowie im Säuglings- und Kleinkindalter kann ein Defizit mit einer beeinträchtigten körperlichen und neuronalen Entwicklung sowie einer verminderten geistigen Leistungsfähigkeit bis hin zu einem steigenden Risiko für Schilddrüsenvergrößerungen und -knoten sowie Funktionsstörungen bei Erwachsenen einhergehen.