Ivabradin: Angina pectoris und Long-Covid 09.04.2026 15:18 Uhr
Ivabradin senkt die Herzfrequenz und wird bei Angina pectoris sowie Herzinsuffizienz angewendet. Mit der Aufnahme in die Anlage VI der Arzneimittel-Richtlinie (AM-RL) kann der Wirkstoff nun auch off-label bei Patient:innen mit Long/Post-Covid eingesetzt werden.
Für vier Wirkstoffe hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) den Off-Label-Use bei Long/-Post-Covid geregelt. Verordnungsfähig sind neben Ivabradin auch Metformin zur Prophylaxe von Post/Long-Covid sowie Agomelatin und Vortioxetin.
Ivabradin kann zur Behandlung des postinfektiösen Posturalen orthostatischen Tachykardie-Syndroms (PoTS) bei Patient:innen mit Long/Post-Covid verordnet werden, die eine Therapie mit Betablockern nicht tolerieren oder für diese nicht geeignet sind. Ziele der Behandlung sind die Verringerung der mit der erhöhten Herzfrequenz assoziierten Symptome und die Verbesserung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität. Die regulären Zulassungen beziehen sich auf die Behandlung von Angina pectoris und chronischer Herzinsuffizienz.
Die Standarddosierung im Off-Label-Use beträgt zweimal täglich 5 mg. Da bei PoTS-Patient:innen oft eine ausgeprägte orthostatische Intoleranz besteht, wird als Initialdosis 2,5 mg morgens empfohlen mit einer Steigerung um jeweils 2,5 mg bis zur Standarddosierung unter Kontrolle des Pulses im Liegen und Stehen. Zudem benötigen nicht alle PoTS Patient:innen eine Abenddosis.
Die folgenden Hersteller haben für ihre Ivabradin-haltigen Arzneimittel eine Anerkennung des bestimmungsgemäßen Gebrauchs abgegeben (Haftung des pharmazeutischen Unternehmers), sodass ihre Arzneimittel für den Off-Label-Use verordnungsfähig sind: 1 A Pharma, 2care4, AbZ-Pharma, Betapharm, CC Pharma, Puren, Ratiopharm und TAD. Nicht verordnungsfähig sind in diesem Zusammenhang die Ivabradin-haltigen Arzneimittel anderer Hersteller, da diese keine entsprechende Erklärung abgegeben haben. (Stand 2. April)
Der Wirkstoff besitzt rein herzfrequenzsenkende Eigenschaften und bewirkt eine selektive und spezifische Hemmung des If-Stromes, der als Schrittmacher im Herzen die spontane diastolische Depolarisation im Sinusknoten kontrolliert und die Herzfrequenz reguliert. Die kardialen Wirkungen sind spezifisch für den Sinusknoten und haben keinen Einfluss auf intra-atriale, atrioventrikuläre oder intraventrikuläre Überleitungszeiten sowie auf die myokardiale Kontraktilität oder ventrikuläre Repolarisation.