Beginn der Heuschnupfenzeit

Höhere Belastung für Pollenallergiker dpa/APOTHEKE ADHOC, 19.02.2021 14:27 Uhr

  • Die Pollensaison beginnt. In den kommenden Tagen kommt es aufgrund der frühlingshaften Temperaturen für Allergiker zu einer höheren Belastung. Foto:OtmarW/shutterstock.com
Berlin -

Der Schnee schmilzt, die Sonne sorgt für zweistellige Plusgerade. Die ersten Frühblüher sprießen aus der Erde, doch auch an den Bäumen tut sich was. Deshalb müssen sich Pollenallergiker an den kommenden, frühlingshaften Tagen auf eine erhöhte Belastung einstellen. Den Anfang der Heuschnupfensaison bilden Hasel und Erle.

Die Pollensaison von Hasel und Erle „wechselt vom Kriechgang in den Turbo“, berichtete die Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst. „Im Westen und Süden der Republik werden in den tiefen Lagen (...) verbreitet hohe Pollenbelastungen durch diese beiden Allergenträger Einzug halten“, heißt es in einer Prognose. „Dabei wird zunehmend die Erle das Zepter in die Hand nehmen und im Vergleich zur Hasel den stärkeren Eindruck bei den Allergiebetroffenen hinterlassen.“ Die Frostluft habe einigen Haselkätzchen den Garaus gemacht. Der Rest der Haselpollensaison verlaufe entsprechend etwas abgeschwächt.

Die Pollenflugexperten des Deutschen Wetterdienstes bestätigen die Vorhersage. Für Nordrhein-Westfalen erwartet Christina Endler vom Zentrum für Medizin-Meteorologische Forschung in Freiburg in den nächsten Tagen nur noch eine „schwache bis mäßige“ Belastung mit Haselpollen. Tendenziell befinde sich die Hasel schon in der Nachblüte. Für die Erle rechnet sie am Wochenende und in den Tagen danach in NRW mit einer „mäßigen bis starken“ Belastung.

Allergie vom Soforttyp

Der Heuschnupfen gehört zu den allergischen Erkrankungen: Als Allergie wird allgemein eine Überreaktion des Immunsystems auf bestimmte Substanzen definiert. Grundsätzlich wird bei Allergien zwischen vier verschiedenen Typen unterschieden. Der Heuschnupfen zählt zu den Typ-1-Allergien, die häufig auch als Allergien vom „Soforttyp“ bezeichnet werden. Eine wichtige Rolle bei einer Reaktion des Soforttyps sind IgE-Antikörper, die nach der Sensibilisierung gebildet werden. Beim Soforttyp reagiert der Körper auf die Zufuhr bestimmter Allergene in Sekunden bis Minuten mit allergischen Erscheinungen.

Sorgen-Duo Allergie und Corona

Gerade Menschen, die ihre Allergie noch nicht ganz einzuordnen wissen, könnten die einsetzenden Symptome fehldeuten. Zu den Leitsymptomen von Heuschnupfen zählen tränende Augen und eine laufende Nase – beide Anzeichen sprechen nicht für Corona. Covid-Patienten leiden eher unter Husten, Fieber und Gliederschmerzen. Erschöpfung und Müdigkeit kann bei beiden Erkrankungen auftreten. Wer sich unsicher ist, der kann sollte beim Hausarzt anrufen. Ein Antigen-Schnelltest kann zeitnah ein zuverlässiges Ergebnis liefern und dem Betroffenen Vergewisserung geben.

Anfängliche Unsicherheiten in Bezug auf verschiedene Medikamente, die bei Allergien eingesetzt werden, konnten in der zweiten Heuschnupfensaison innerhalb der Pandemie weitestgehend geklärt werden. Im vergangenen Jahr stand vor allem Cortison im Fokus der Diskussion, da es dafür bekannt, das Immunsystem zu schwächen. Viele Allergiker hatten daher Sorge, ihre Medikation fortzuführen. Verschiedene Fachgesellschaften warnen vor einem eigenmächtigen Absetzen nasaler Corticoide – eine Verschlechterung der Allergiekontrolle könnte demnach den Körper mehr belasten als eine weitergeführte Cortison-Therapie. Im Zweifelsfall sollte die Rücksprache mit dem Arzt erfolgen.

Sicherlich unangenehmer wird die diesjährige Pollensaison durch die Maskenpflicht. Zwar werden durch FFP2, KN95 & Co. ein Großteil der Allergene abgehalten, doch die Maske wird nur temporär getragen. Von daher werden Fließschnupfen und Niesanfälle nicht ausbleiben. Wer einmal stark unter der Maske niesen musste, der weiß, wie unangenehm der Tragekomfort danach ist. Um einen weiterhin guten Schutz zu haben sollten Allergiker ihre Masken durchaus häufiger wechseln. Feuchte Masken sind ebenfalls zu wechseln und zu trocknen. Heuschnupfengeplagte sollten ihre Masken nicht draußen trocknen lassen, hier besteht die Gefahr, dass sich Pollen auch auf der Innenseite der Maske ablagern.