Grippeimpfstoffe

Begripal: Apotheken bekommen nur Teilmengen Julia Pradel, 08.10.2013 12:13 Uhr aktualisiert am 08.10.2013 16:26 Uhr

Zögerlicher Start: In Bremen, Sachsen und Thüringen werden derzeit Teilkontingente des Novartis-Impfstoffes ausgeliefert. Foto: Elke Hinkelbein
Berlin - 

Holpriger Start bei Novartis: In Bremen, Thüringen und Teilen von Sachsen werden die Apotheken jetzt zwar mit Begripal, dem Rabatt-Impfstoff des Schweizer Pharmakonzerns, beliefert. Allerdings gibt es zunächst nur Teilkontingente, die die Großhändler an die Apotheken verteilen. Das funktioniert nicht immer reibungslos.

In Bremen, Thüringen und den zwei Teilregionen Chemnitz und Dresden hatte Novartis die Zuschläge für die Impfstoffversorgung erhalten. Anders als andere Impfstoffe wurde Begripal erst in der vergangenen Woche vom Paul-Ehrlich-Institut (PEI) freigegeben. Der Pharmakonzern betont, dass die Verzögerung in diesem Jahr nicht seine Schuld ist: Die Prüfreagenzien seien später als sonst geliefert worden, sodass die Produktion später begonnen habe, heißt es bei Novartis.

Am 1. Oktober wollte Novartis mit der Auslieferung beginnen. Allerdings kam es dabei offenbar zu Verzögerungen: In Sachsen etwa haben die Großhändler erst am 4. Oktober Ware bekommen – einem Vertriebsleiter zufolge aber nur rund 20 Prozent der bestellten Mengen. Bis heute seien nur rund 30 Prozent der vereinbarten Menge beim Großhandel eingetroffen.

Die Apotheker konnten in der vergangenen Woche weiterhin andere Impfstoffe abgeben, weil der Rabattimpfstoff nicht lieferbar war. Dies war möglich, weil AOK Plus und Apothekerverband die Nicht-Verfügbarkeit für alle Apotheken formal festgestellt hatten.

In dieser Woche hat in den drei Bundesländern die Auslieferung von Teilkontingenten an die Apotheken begonnen. In Sachsen haben sich laut Verbandschefin Monika Koch allerdings bereits einige Apotheken gemeldet, die gar keinen Impfstoff erhalten haben. Derzeit werde geprüft, ob Fehler bei den Bestellungen vorgelegen hätten oder ob der Großhandel falsch ausgeliefert habe.

Anders als bisher könnten Apotheken nun aber nicht mehr einfach einen anderen Impfstoff abgeben, warnt Koch. Laut Vertrag mit der AOK ist dies nämlich nur dann möglich, wenn sechs Tage lang weder über den Großhandel noch vom Hersteller der Rabattimpfstoff erhältlich ist. Weil aber inzwischen Impfstoffe geliefert würden, müsse jede Apotheke selbst klären, ob sie andere Impfstoffe abgeben dürfe.

Auch in Bremen entspannt sich die Lage langsam. Verbandschefin Christiane Lutter geht davon aus, dass die Apotheken noch in dieser Woche die Praxen beliefern können. Allerdings fange die Erkältungszeit bereits an: „September wäre besser gewesen. Aber ich bin schon froh, dass es nicht Ende Oktober geworden ist“, so Lutter.

Novartis rechnet einem Sprecher zufolge damit, bis heute Abend alle Vorbestellungen ausgeliefert zu haben. Die Auslieferung habe erst einmal anlaufen müssen, erklärt er die Verzögerungen: „Wenn man von Null auf Hundert hochfahren muss, dauert das eine Weile.“