Britische Arzneimittelbehörde

GLP-1-Agonisten: Mehr als 150 Todesfälle gemeldet 11.08.2026 15:40 Uhr

Berlin - 

Das Yellow-Card-System ist das Meldesystem der Britischen Arzneimittelbehörde (MHRA) für Nebenwirkungen zu Arzneimitteln. Dokumentiert sind auch zahlreiche Patientenmeldungen zu GLP-1-Rezeptoragonisten. Mehr als 150.000 Einträge sind zu Liraglutid, Semaglutid und Tirzepatid zu finden, darunter rund 150 mit tödlichem Ausgang.

Im Yellow-Card-System werden alle gemeldeten Nebenwirkungen zu einem Wirkstoff aufgelistet. Die MHRA weist jedoch darauf hin, dass es sich um keine vollständige Übersicht über die mit dem Produkt verbundenen möglichen Nebenwirkungen handelt und die Liste keine Schlussfolgerungen zur Sicherheit und den Risiken eines Arzneimittels zulässt. Zudem belegen die Berichte nicht, dass ein Medikament eine Nebenwirkung oder einen Todesfall verursacht hat. Außerdem überwiege der Nutzen von GLP-1-Rezeptoragonisten derzeit die potenziellen Risiken, wenn die Arzneimittel im Rahmen der Zulassung angewendet werden.

Zu GLP-1-Rezeptoragonisten sind verschiedene Meldungen unerwünschter Wirkungen eingegangen – darunter Entzündungen der Bauchspeicheldrüse. Zudem sind für die einzelnen Wirkstoffe folgende Meldungen dokumentiert:

Liraglutid

Knapp 3000 Meldungen sind zu Liraglutid im Yellow-Card-System dokumentiert. 734 werden davon als schwerwiegend eingestuft, 18 hatten einen tödlichen Ausgang.

Semaglutid

Mehr als 44.000 Nebenwirkungsmeldungen sind zu Semaglutid eingegangen – davon werden knapp 4900 als schwerwiegend eingestuft und 37 Todesfälle könnten im Zusammenhang mit einer Behandlung stehen.

Tirzepatid

Zu Tirzepatid sind mehr als 100.000 Meldungen aus Großbritannien eingegangen. Rund 65.000 beziehen sich auf gastrointestinale Störungen und mehr als 10.000 auf Erkrankungen des Nervensystems. Von allen Meldungen werden mehr als 10.000 als schwerwiegend eingestuft. Zudem könnten 98 Todesfälle im Zusammenhang mit der Anwendung des Wirkstoffes stehen.

Sicherheit wird kontinuierlich überprüft

„Wie alle Arzneimittel können auch die Arzneimittel von GLP-1 Nebenwirkungen haben“, heißt es von der MHRA. Einige der häufigsten Nebenwirkungen sind gastrointestinale Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Diese wurden auch in klinischen Studien für die Arzneimittel dokumentiert und machen den Großteil der Yellow-Card-Meldungen aus. Die meisten Nebenwirkungen sind leicht bis mäßig im Schweregrad oder von kurzer Dauer. Andere wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall können unter Umständen zu schwerwiegenderen Komplikationen wie schwerer Dehydrierung führen. Selten werde unter GLP-1-Medikamenten von einer Pankreatitis berichtet und wenn, wurden nur wenige Fälle als schwerwiegend eingestuft oder endeten tödlich.

Zudem gelte es zu bedenken, dass die Meldungen keinen Aufschluss über die Gesamtzahl an Patient:innen geben, die mit einem der Wirkstoffe behandelt werden und auch nicht die Gesamtzahl aller aufgetretenen Nebenwirkungen darstellen.

„Wie bei allen Arzneimitteln wird die Sicherheit von GLP-1-Präparaten kontinuierlich überprüft, einschließlich neuer Erkenntnisse aus Spontandaten und wissenschaftlichen Veröffentlichungen“, so die MHRA.