Glaukomtherapie

Novartis: Brinzolamid plus Brimonidin APOTHEKE ADHOC, 22.04.2013 15:15 Uhr aktualisiert am 27.05.2014 17:32 Uhr

Neue Kombi mit Brinzolamid: Alcon bringt nach Azopt und Azarga ein drittes Medikament mit dem Carboanhydrasehemmer auf den Markt. Foto: APOTHEKE ADHOC
Berlin - 

Die Novartis-Tochter Alcon bringt ein neues Medikament zur Behandlung des Glaukoms auf den Markt. Die US-Arzneimittelbehörde FDA erteilte die Zulassung für Simbrinza, eine Kombination von 1 Prozent Brinzolamid und 0,2 Prozent Brimonidin. Der Carboanhydrasehemmer und der Alpha-2-Agonist wirken laut Studien gemeinsam besser als alleine, haben aber zusammen keine größeren Nebenwirkungen. Der Hersteller plant, im zweiten oder dritten Quartal dieses Jahres einen Zulassungsantrag bei der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) zu stellen, und rechnet für 2014 mit der Zulassung.

Bislang gibt es Brinzolamid von Alcon als Azopt sowie in Kombination mit Timolol unter dem Namen Azarga. Brimonidin ist mittlerweile generisch, das Original gibt es von Allergan als Monopräparat unter dem Namen Alphagan beziehungsweise in Kombination mit Timolol als Combigan.

Simbrinza ist indiziert zur Senkung des erhöhten intraokularen Drucks (IOD) bei Patienten mit Offenwinkelglaukom oder okulärer Hypertension. Die Augentropfen müssen dreimal täglich angewendet werden. In zwei Phase-III-Studien mit rund 1300 Patienten senkte Simbriza den IOD um 5 bis 9 mm Hg, das entspricht 21 bis 35 Prozent vom Ausgangswert (22 bis 36 mm Hg).

Zu den Nebenwirkungen, die bei 3 bis 5 Prozent der Patienten auftraten, gehörten verschwommenes Sehen, okuläre Irritation, Geschmacksstörungen, Mundtrockenheit und allergische Reaktionen am Auge. 11 Prozent der Patienten brachen die Behandlung aufgrund von Nebenwirkungen ab. Kardiovaskuläre oder pulmonale Ereignisse wurden nicht beobachtet.

Glaukom ist eine der häufigsten Erblindungsursachen, der erhöhte Augeninnendruck ist der einzige beeinflussbare Risikofaktor. In der Therapie kommen Carboanhydrasehemmer wie Brinzolamid, Acetazolamid und Dorzolamid, Betablocker wie Timolol und Metipranolol sowie Cholinergika wie Carbachol und Pilocarpin und Alpha-2-Agonisten wie Clonidin und Brimonidin zum Einsatz. Eine weitere Option sind Prostaglandin-Analoga wie Latanoprost, Bimatoprost, Tafluprost und Travoprost.