Impstoff mit französischer Beschriftung

Erneuter Engpass bei Vimkunya 06.02.2026 08:56 Uhr

Berlin - 

Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hat erneut die Einfuhr von Vimkunya mit französischer Beschriftung gestattet. Zulassungsinhaber Bavarian Nordic hat einen Lieferengpass des Impfstoffs vom 4. Februar bis voraussichtlich 4. März 2026 gemeldet. Deshalb dürfen im genannten Zeitraum in französischer Sprache gekennzeichnete Packungen Vimkunya in Deutschland in Verkehr gebracht werden. 

Der Reiseimpfstoff gegen das Chikungunya-Virus befand sich bereits im Dezember im Engpass und durfte für einen begrenzten Zeitraum in französischer Aufmachung in Deutschland in Verkehr gebracht werden.

Um erneut „der erwarteten Nachfrage in diesem Zeitraum nachzukommen“, dürfe der Hersteller in französischer Sprache gekennzeichnete Packungen wieder in einem begrenzten Zeitraum in Deutschland in Verkehr bringen, teilt das PEI mit.

Impfstoff: Unterschiede bei Packmitteln

Das Präparat ist laut PEI inhaltlich identisch mit dem in deutscher Sprache gekennzeichneten Produkt. Die Kennzeichnung auf dem Spritzen-Etikett, in der Gebrauchsinformation sowie die Kennzeichnung der Faltschachtel sind in französischer Sprache. Eine Packungsbeilage in deutscher Sprache wird mitgeliefert. Diese ist mit einem Band an der französischen Verpackung befestigt.

Ausgeliefert wird wieder die Chargennummer FDP00745 mit einem Haltbarkeitsdatum 29. Februar 2028. Eine deutschsprachige Packungsbeilage sowie eine Fachinformation werden auf der Webseite des PEI zum Download angeboten.

Erhöhtes Infektionsrisiko für Karibik-Reisende

Parallel weitet das CRM Centrum für Reisemedizin seine Warnung bezüglich einer Chikungunya-Infektion aus. Die regionale Übertragung im gesamten Karibischen Becken nehme demnach zu. Reisende werden auf ein erhöhtes Infektionsrisiko und auf konsequenten Schutz vor Mückenstichen hingewiesen. Besonders betroffen sei Surinam, die Fälle seien innerhalb weniger Wochen von acht auf 134 Fälle angestiegen, ein Mensch mit bestehenden Vorerkrankungen sei verstorben. Maßnahmen zur Mückenbekämpfung werden ebenfalls auch wegen steigender Fallzahlen in Französisch-Guayana eingeleitet. Hinzu kommen Meldungen aus Brasilien sowie von Reiserückkehrern von den Seychellen.

„Diese Fälle zeigen deutlich, dass sich Chikungunya im Karibischen Becken und weiteren Regionen ausdehnt“, erklärt Professor Dr. Tomas Jelinek, wissenschaftlicher Leiter des CRM Centrum für Reisemedizin. „Reisende sollten unbedingt auf sorgfältigen Mückenschutz achten und sich im Rahmen einer reisemedizinischen Beratung über Impfoptionen informieren.“

Infektionen werden hierzulande fast ausschließlich im Zusammenhang mit Auslandsreisen registriert. Die Zahlen stiegen von 2024 zu 2025 an. „Die Entwicklung verdeutlicht, wie rasch sich das individuelle Infektionsrisiko für Reisende je nach aktueller epidemiologischer Lage verändern kann“, so Jelinek.

Chikungunya äußert sich vor allem durch hohes Fieber sowie starke Gelenk- und Muskelschmerzen. Die Schmerzen können auch über Wochen bis Monate anhalten. Schwere Verläufe treten eher bei älteren oder vorerkrankten Menschen auf. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt seit Juli 2025 eine Impfung als Reiseimpfung für bestimmte Personengruppen, zwei Impfstoffe stehen zur Verfügung.