Engpass bei Aknemittel 29.06.2026 15:22 Uhr
Basics hat bereits im Herbst vergangenen Jahres Lieferengpässe für Isotretinoin-haltige Weichkapseln zu 10 und 20 mg in verschiedenen Packungsgrößen gemeldet. Bis Jahresende sollen die Engpässe voraussichtlich andauern. Jetzt melden weitere Hersteller Ausfälle mit mehreren Monaten Laufzeit.
Das Aknemittel Isotretinoin ist von Lieferausfällen betroffen. Als Gründe nennen die Unternehmen unzureichende Produktionskapazitäten sowie eine erhöhte Nachfrage. Neben Basics fallen nun auch Aknenormin Weichkapseln zu 10 und 20 mg (Almirall) bis voraussichtlich Ende September aus. Isogalen Weichkapseln zu 10 und 20 mg (Galenpharma) bleiben voraussichtlich bis Jahresende knapp. Betroffen sind verschiedene Packungsgrößen.
Akne gehört hierzulande zu den häufigsten Hauterkrankungen. Sie kann nicht nur lästig, sondern auch schmerzhaft sein und sich zu besonders schweren Formen entwickeln. Bleibt eine Behandlung mit systemischen Antibiotika und anderen lokalen Therapieoptionen ohne Erfolg, kommen unter anderem bei nodulärer, konglobierter Akne oder Akne mit dem Risiko einer bleibenden Narbenbildung Präparate mit Isotretinoin zum Einsatz.
Isotretinoin zählt zu den Retinoiden. Das Stereoisomer von Tretinoin wird zur Aknebehandlung eingesetzt – sowohl oral als auch lokal. Der Arzneistoff verursacht eine Verkleinerung der Talgdrüsen, deren verminderte Differenzierung sowie eine verminderte Talgproduktion. Isotretinoin führt zu einer Hyperkeratinisierung und Abschilferung der Keratinozyten. Die Sebozyten-Proliferation wird gemindert und damit auch die bakterielle Besiedlung mit dem Aknebakterium. Außerdem werden Isotretinoin entzündungshemmende Eigenschaften zugeschrieben.
Mittel der ersten Wahl ist das Retinoid nicht, denn der Arzneistoff ist teratogen und in der Schwangerschaft kontraindiziert. Frauen im gebärfähigen Alter sollten nur mit Isotretinoin behandelt werden, wenn sie das Schwangerschaftsverhütungsprogramm befolgen.
Wie lange eine Verordnung gültig ist, regelt die Arzneimittelverschreibungsverordnung. Laut § 3b sind Isotretinoin-Verordnungen (gilt auch für Acitretin und Alitretinoin) für Frauen im gebärfähigen Alter bis zu sechs Tage nach dem Tag ihrer Ausstellung gültig.
Für oral anzuwendende Retinoide gilt für Frauen im gebärfähigen Alter eine Höchstmenge. Der Bedarf für 30 Tage darf nicht überschritten werden. So sollen regelmäßige Arztbesuche sichergestellt werden. Sind der Behandlungszeitraum oder die Dosierung nicht bekannt, sollte sicherheitshalber Arztrücksprache gehalten werden.