Langzeitinsulin

EMA: Weniger Injektionen mit Insulin degludec APOTHEKE ADHOC, 30.10.2012 14:34 Uhr

  • Neues ultralangwirksames Insulin: Die EMA empfiehlt die Zulassung für Tresiba und Ryzodeg. Foto: APOTHEKE ADHOC
Berlin -

Der Pharmkonzern Novo Nordisk kann bald sein ultralangwirksames Insulin degludec auf den Markt bringen. Die Europäische Arzneimittelagentur EMA hat die Zulassung für das Basalinsulin empfohlen und hofft, dass mit dem Präparat der wachsende Bedarf an höheren Dosen gedeckt werden kann.

Das neue Insulin wird neben der Standarddosierung von 100 Einheiten pro Milliliter auch in der Dosierung zu 200 Einheiten pro Milliliter auf den Markt kommen. Daraus ergebe sich eine weit aus höhere Maximaldosierung von bis zu 160 Einheiten pro Injektion, so die EMA. Bislang stehen nur Insuline mit 100 Einheiten pro Milliliter zur Verfügung.

In Europa müssen laut EMA aber schätzungsweise 200.000 bis 700.000 Diabetiker mehr als 80 Einheiten spritzen um ihren Blutzucker ausreichend zu senken. Mit dem neuen Präparat würde auch bei diesen Patienten eine einzige Injektion genügen, so die Behörde.

Novo Nordisk wird das ultralangwirksame Insulin als Monopräparat unter dem Namen Tresiba auf den Markt bringen, mit Ryzodeg wird der Hersteller eine Kombination mit dem kurzwirksamen Insulin aspartat zur Verfügung stellen. Tresiba soll zur einmal täglichen Anwendung zugelassen werden, Ryzodeg soll ein bis zweimal täglich zu den Mahlzeiten injiziert werden.

In den zulassungsrelevanten Studien traten im Vergleich zu anderen Langzeitinsulinen weniger nächtliche Hypoglykämien auf, teilte die EMA mit. Die Wirkdauer beträgt laut Hersteller mehr als 42 Stunden. Der HbA1c-Wert senkte sich genauso gut wie bei dem Langzeitinsulin Insulin glargin.