Juckreiz, Quaddeln und Co.

Eichenprozessionsspinner: SOS-Tipps gegen den Ausschlag 30.06.2026 12:33 Uhr

Berlin - 

Die Raupen der Eichenprozessionsspinner sind klein und unscheinbar. Doch ihre Brennhaare können stark juckende Ausschläge verursachen – und das noch über Monate hinweg, selbst wenn die Raupen bereits verpuppt sind. Bei der Raupendermatitis handelt es sich nicht um eine klassische Allergie. Auch wenn die Quaddeln mit zeitlicher Verzögerung auftreten können, ist schnelle Hilfe gefragt.

Die Raupen der Eichenprozessionsspinner bilden ab dem dritten Larvenstadium Brennhaare aus, und zwar zu Hunderttausenden. Die hohlen Gebilde enthalten das Eiweißgift Thaumetopoein, das eine Raupendermatitis verursachen kann. Kontakt mit den Raupen selbst ist dazu nicht nötig, denn der Wind verteilt die abgebrochenen Brennhaare über viele Meter. Zudem können die mit dem bloßen Auge nicht sichtbaren Brennhaare in Gespinstnestern hängen bleiben und so über Monate bis Jahre für Hautreaktionen sorgen.

Quaddeln und Pusteln in Streifenform

Kommen die Brennhaare mit der Haut in Kontakt, kommt es zu einer toxisch-irritativen Reaktion, ausgelöst durch das Nesselgift. Der Körper schüttet in der Folge Histamin aus und es kommt zu den typischen Symptomen wie starkem Juckreiz, Rötungen und Schwellungen sowie Quaddeln, die sich teils streifenförmig auf der Haut ausbilden. Betroffen sind in der Regel unbedeckte Körperstellen, beispielsweise an Hals und Nacken, im Gesicht und an unbekleideten Stellen an Armen und Beinen. Der Hautausschlag kann innerhalb von wenigen Stunden bis zu 24 Stunden nach dem Kontakt auftreten. Die Härchen können aber auch die Augen oder die Atemwege reizen und geschwollene Augenlider, Reizhusten oder sogar Atemnot verursachen.

So wird der Ausschlag behandelt

Gegen Juckreiz, Quaddeln und Pusteln helfen im Rahmen der Selbstmedikation unter anderem kühlende Umschläge oder Gele, Antihistaminika oder Kortison-haltige topische Zubereitungen. Bei letzteren ist zu beachten, dass die Zubereitungen nur punktuell oder auf maximal etwa 10 bis 20 Prozent der Körperoberfläche aufgetragen werden sollten.

Aber auch orale Antihistaminika können Anwendung finden. Treten Augensymptome auf, sollte gründlich gespült und eine Augenarztpraxis aufgesucht werden. Denn häufig kann eine Bindehautentzündung die Folge eines Kontaktes mit den Brennhaaren sein. Bei Atemwegsbeschwerden ist ebenfalls ärztlicher Rat einzuholen und Inhalationen mit Kortison-haltigen oder bronchienerweiternden Arzneimitteln können angezeigt sein.

Zusatz-Tipps

  • Kleidung sofort wechseln und bei mindestens 60 Grad waschen
  • duschen und Haare waschen
  • Hautstellen vorsichtig mit Klebeband abtupfen
  • Raupen und Nester nicht berühren
  • befallene Gebiete meiden – und zwar weiträumig. Laut Naturschutzbund können die Brennhaare bei bestimmten Windverhältnissen bis zu 500 Meter weit verbreitet werden
  • Nester nicht selbst entfernen