Efluelda kommt sofort, Vaxigrip später 31.08.2026 15:15 Uhr
Sanofi startet ab sofort mit der Auslieferung von Efluelda, sodass sich ältere Menschen zu Beginn der Impfsaison ab Oktober gegen Grippe impfen lassen können. Dagegen kommt Vaxigrip erst später.
Efluelda wurde speziell für ältere Menschen entwickelt, um ihnen einen im Vergleich zum Standardimpfstoff verbesserten Schutz vor einer Influenza zu bieten: Der Hochdosisimpfstoff führt laut Hersteller mit der vierfachen Dosierung an Antigen bei Erwachsenen ab 60 Jahren zu einer höheren Immunantwort und einer überlegenen Wirksamkeit. Nach der Auslieferung der Vorbestellungen werden weitere Dosen Efluelda auch im Großhandel frei verfügbar sein.
Vaxigrip wird voraussichtlich ab Kalenderwoche 41 ausgeliefert. Grund für die verspätete Verfügbarkeit des Standardsimpfstoffs sind insbesondere die drei diesjährigen Stammänderungen sowie Verzögerungen in der globalen Versorgung mit den zur Produktion benötigten Reagenzien.
„Sanofi hat Efluelda mit dem Ziel entwickelt, ältere Menschen vor Influenza und den möglichen schweren Folgen und assoziierten Risiken zu schützen. Da sich Influenzaviren ständig verändern, sollte die Impfung jährlich erneuert werden. Da die Influenza-Welle meist erst ihren Höhepunkt nach dem Jahreswechsel erreicht, ist eine Impfung zwischen Oktober und Dezember ratsam. Auch jede weitere Impfung ins neue Jahr hinein kann wichtig und sinnvoll sein, da die Influenzasaison meist bis ins Frühjahr anhält“, so Heidrun Irschik-Hadjieff, General Manager Vaccines bei Sanofi, Deutschland und Österreich.
Besonders für ältere Erwachsene besteht laut Sanofi der Bedarf für einen Schutz vor den potenziell schweren Folgen einer Influenza-Infektion. Diese kann viele Organsysteme betreffen und ältere Erwachsene können schwere Komplikationen, etwa Pneumonien, Herzinfarkte und Schlaganfälle, erleiden.
Aktuelle Daten der Arbeitsgruppe Influenza am Robert Koch-Institut (RKI) weisen die Influenza-Saison 2025/26 in Deutschland als eine der schwersten der letzten Jahre aus. Zwar liegt die Fallzahl unter der der vorangegangenen Saison (241.000 vs. 393.000), jedoch ist die Anzahl der schweren Verläufe mit etwa 65.000 hospitalisierten Fällen vergleichbar hoch. Die Anzahl der Todesfälle liegt mit 2236 sogar etwa 10 Prozent über der aus der Saison 2024/25. Besonders betroffen sind Menschen ab 60 Jahren; auf sie entfallen derzeit 95 Prozent der Influenza-bedingten Sterbefälle.
Die Influenza-Impfquote in Deutschland liegt weiterhin weit unter dem Impfziel der WHO und EU von 75 Prozent für Menschen ab 60 Jahren. In der Saison 2024/25 erhielten lediglich 34 Prozent der Personen ab 60 Jahren eine Influenza-Impfung und nur 28 Prozent aller Erwachsenen mit impfrelevanter Vorerkrankung. Damit blieben relevante Anteile dieser Zielgruppen ohne aktuellen Schutz vor einer Influenza-Infektion.
Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt allen Personen ab 60 Jahren eine jährliche Impfung im Herbst gegen die saisonale Influenza mit einem inaktivierten Hochdosisimpfstoff oder einem MF-59-adjuvantierten Influenza-Impfstoff, jeweils mit der aktuellen von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlenen Antigenkombination.
Die jährliche Impfung mit einem inaktivierten Influenza-Impfstoff in Standarddosierung mit aktueller von der WHO empfohlener Antigenkombination ist laut Stiko indiziert für:
- Personen ab sechs Monaten mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge einer Grunderkrankung wie zum Beispiel Diabetes mellitus sowie chronischen Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen
- Bewohnende von Alters- oder Pflegeheimen
- Personen, die als mögliche Infektionsquelle im selben Haushalt lebende oder von ihnen betreute Risikopersonen gefährden können. Als Risikopersonen gelten hierbei Personen mit den oben beispielhaft genannten Grunderkrankungen, bei denen es Hinweise auf eine deutlich reduzierte Wirksamkeit der Influenza-Impfung gibt
- Personen mit erhöhter Gefährdung wie zum Beispiel medizinisches Personal, Personen in Einrichtungen mit umfangreichem Publikumsverkehr sowie Personen, die als mögliche Infektionsquelle für von ihnen betreute Risikopersonen fungieren können
- alle Schwangeren ab 2. Trimenon, bei erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge einer Grunderkrankung ab 1. Trimenon
Die Stiko nennt den Zeitraum von Oktober bis Mitte Dezember als geeignet zur Impfung, um, nach dem Aufbau einer Immunantwort, rechtzeitig vor Influenza geschützt zu sein. Nach der Impfung dauert es etwa 10 bis 14 Tage, bis der Körper einen ausreichenden Schutz aufgebaut hat. Am besten ist es daher, sich möglichst vor Beginn der Influenzawelle impfen zu lassen. Diese hat in Deutschland in den vergangenen Jahren meist nach der Jahreswende begonnen. Sollte die Impfung in diesen Monaten versäumt werden, kann es auch zu Beginn oder im Verlauf der Influenzawelle, bis ins Frühjahr hinein, noch sinnvoll sein, die Impfung nachzuholen.