Influenza

Drese: Grippe-Impfung schützt auch das Herz 20.10.2026 15:27 Uhr

Berlin - 

Noch rollt die Grippewelle zwar nicht. Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsministerin, Stefanie Drese (SPD), mahnt aber, eine mögliche Impfung nicht aufzuschieben. „Warten Sie nicht, bis die Grippewelle da ist. Prüfen Sie Ihren Impfschutz und sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt“, rät die Politikerin. „Ein kleiner Piks kann mehr bewirken, als viele denken“, meint sie zudem und verweist damit auf neuere Studien, die eine Auswirkung von Atemwegsinfektionen auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen vermuten lassen.

„Da sich der Impfschutz erst nach etwa 10 bis 14 Tagen aufbaut, ist eine Impfung nach Angaben des Ministeriums im Oktober oder November sinnvoll. Auch später könne sie während einer laufenden Grippewelle noch einen Nutzen haben.

Besonders empfohlen werde die jährliche Grippeschutzimpfung Menschen ab 60 Jahren, Schwangeren, Personen mit chronischen Erkrankungen sowie Menschen mit erhöhtem beruflichem Infektionsrisiko, etwa im Gesundheits- und Pflegebereich.

Menschen mit Herzproblemen können profitieren

„Viele denken bei der Grippeimpfung zuerst an Husten, Fieber und ein paar Tage im Bett“, so Drese. Laut Ministerium zeigen wissenschaftliche Studien aber, dass die Grippeimpfung auch das Risiko für Herzinfarkte und andere schwere Herz-Kreislauf-Komplikationen senken kann. Besonders profitieren könnten Menschen mit koronarer Herzkrankheit, nach einem Herzinfarkt oder mit Herzschwäche. Verwiesen wird auf die Empfehlung europäischer Herzmedizin-Fachgesellschaften, die im Fachjournal „European Heart Journal“ veröffentlicht wurde. Darin haben Expert:innen die Ergebnisse klinischer Studien, großer Datenauswertungen und weiterer wissenschaftlicher Untersuchungen zusammengetragen und bewertet, schreibt das Ministerium.

Bei einer Grippeinfektion löse das Immunsystem starke Entzündungsreaktionen aus, erklärte das Ministerium. Diese könnten auch Herz und Blutgefäße belasten, bestehende Gefäßablagerungen destabilisieren und die Bildung von Blutgerinnseln begünstigen. Eine Impfung kann demnach helfen, diese zusätzlichen Risiken zu reduzieren.

„Wer bereits eine Herzerkrankung hat, sollte diesen zusätzlichen Schutz unbedingt mitdenken. Blutdruck, Blutfette und Blutzucker im Blick zu behalten, ist wichtig – ebenso kann die Grippeimpfung ein Baustein der Herzinfarkt-Vorsorge sein“, betonte Drese.

Impfen lassen könne man sich bei niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten sowie in den Gesundheitsämtern der Landkreise. Auf impfende Apotheken weist das Ministerium hingegen nicht hin.