Diabetiker: Reduzierter Salzkonsum senkt Blutdruck 12.01.2026 14:51 Uhr
Menschen mit Typ-2-Diabetes leiden oftmals auch unter Bluthochdruck. Ein reduzierter Salzkonsum kann helfen, den gefährlichen Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und für das metabolische Syndrom zu minimieren. Das ist das Ergebnis einer kürzlich veröffentlichten Studie.
Für Diabetiker:innen wurde zur Blutdrucksenkung bisher meist auf eine Gewichtsreduktion gesetzt. Forschende haben den Fokus nun aber auf den blutdrucksenkenden Effekt einer salzreduzierten Ernährung gelenkt. Die Ergebnisse der Studie „Dietary Patterns, Sodium Reduction, and Blood Pressure in Type 2 Diabetes“ wurden im Fachjournal Jama Internal Medicine veröffentlicht.
Vier Diätvarianten
Hauptautor Scott Pilla, Assistant Professor of Medicine in the Division of General Internal Medicine at Johns Hopkins, hat mit seinem Team vier Diätformen bei insgesamt 105 Typ-2-Diabetiker:innen untersucht. 102 Personen absolvierten die vier jeweils fünfwöchigen Diätzyklen unter ärztlicher Aufsicht vollständig. Das Durchschnittsalter der Teilnehmenden betrug 66 Jahre und etwa 66 Prozent waren weiblich.
Folgende vier Varianten gab es:
- eine salzreduzierte Spezialdiät (Dietary Approaches to Stop Hypertension for Diabetes, kurz DASH4D),
- die gleiche Spezialdiät mit normalem Salzgehalt,
- eine herkömmliche Diät mit reduziertem Salzgehalt,
- und eine herkömmliche Diät ohne Salzreduktion.
So konnte erstmals systematisch der Effekt einer Natriumchlorid-reduzierten Ernährung bei Menschen mit Typ-2-Diabetes analysiert werden – und zwar unabhängig von einer Gewichtsabnahme.
Blutdruck sank merklich
„Unter der salzreduzierten DASH4D-Diät sank der systolische Blutdruck signifikant“, erklärt Pilla. „Im Vergleich zur nicht salzreduzierten Standarddiät um 4,6 mmHg und gegenüber der nicht salzreduzierten DASH4D-Diät sogar um 4,8 mmHg. Der Vergleich mit der ebenfalls salzreduzierten Standarddiät zeigte nur eine nicht signifikante Differenz von 2,3 mmHg“, betont er. Der systolische Blutdruck habe zu Studienbeginn im Mittel bei 139,2 mmHg und der diastolische bei 74,6 mmHg gelegen.
Die DASH4D-Diät wurde speziell für Menschen mit Typ-2-Diabetes und Bluthochdruck konzipiert. Sie beinhaltete entweder 1.500 mg oder 3.700 mg Natriumchlorid pro Tag.
Unterschiede zur herkömmlichen Diät:
- zu 45 Prozent kohlenhydratärmer
- zu 18 Prozent proteinreicher
- fast doppelt so viele Ballaststoffe
- mehr Kalium, Magnesium und Calcium
- Gehalt an Obst, Gemüse und Milchprodukten lag um etwa 50 Prozent höher
Der Fettanteil betrug bei beiden Diäten rund 37 Prozent, wobei der Anteil gesättigter Fettsäuren unter 10 Prozent lag. Der Konsum von Süßigkeiten und Cerealien war bei der DASH4D leicht reduziert; Fleisch, Eier und Fisch waren in beiden Diäten in ähnlicher Menge enthalten.
Die Kalorienzufuhr wurde individuell zwischen auf 1500 bis 3500 kcal angesiedelt, um das Körpergewicht stabil zu halten. „Ziel der Studie war nicht die Gewichtsabnahme, sondern ausschließlich die Blutdrucksenkung“, stellen die Forschenden klar.
Salzreduzierte Ernährung empfohlen
Das Fazit: Am stärksten sank der Blutdruck in der zweiten und dritten Woche jeder Phase. „Die Ergebnisse legen nahe, dass eine salzreduzierte Ernährung eine signifikante blutdrucksenkende Wirkung bei Menschen mit Typ-2-Diabetes hat – unabhängig von einer Gewichtsabnahme“, erklären die Forschenden. Für die kardiovaskuläre Prävention bei dieser Patientengruppe könne eine gezielte Ernährungsumstellung daher ein zentraler Bestandteil der Therapie sein.