Cotrim: Spritze ersetzt Löffel 09.10.2026 07:32 Uhr
Ratiopharm stellt bei seinem Antibiotikum Cotrim (Cotrimoxazol) die Dosierhilfe um. Die Suspension kommt jetzt mit Spritze statt Löffel.
Die Änderung betrifft sowohl Cotrim E (400/80 mg je 5 ml) als auch Cotrim-K (200/40 mg je 5 ml Suspension zum Einnehmen. Ab Mitte Oktober werden die Präparate mit einer Dosierspritze anstelle eines Dosierlöffels ausgeliefert. Es handelt sich um eine Spritze à 5 ml mit Einteilungen für 3,75 ml, 2,5 ml und 1,25 ml.
Die Umstellung erfolgt schrittweise, also nach und nach im Zuge neuer Chargen und nach Abverkauf der bisherigen Packungen mit Löffel.
Cotrimoxazol ist ein Kombinationspräparat aus Sulfamethoxazol (ein Sulfonamid) und Trimethoprim (ein Dihydrofolatreduktase-Hemmer) im Verhältnis 5:1. Die Kombination wirkt bakterizid, indem sie zwei aufeinanderfolgende Schritte der bakteriellen Folsäuresynthese hemmt. Dadurch wird die DNA-Synthese in Bakterien gestört.
Indikationen sind:
- Harnwegsinfektionen (z. B. Zystitis)
- Atemwegsinfektionen (z. B. Bronchitis, Pneumonie)
- Gastrointestinale Infektionen (z. B. Reisediarrhö)
- Pneumocystis-jirovecii-Pneumonie (Behandlung und Prophylaxe bei Immunsupprimierten, z. B. HIV-Patienten)
- Toxoplasmose (zusammen mit anderen Mitteln)
Nebenwirkungen können sein:
- Übelkeit, Erbrechen, Durchfall
- Hautreaktionen (z. B. Exanthem, Stevens-Johnson-Syndrom)
- Blutbildveränderungen (z. B. Leukopenie, Anämie)
- Hyperkaliämie
- Allergische Reaktionen
Kontraindikationen sind:
- Schwere Leber- oder Nierenfunktionsstörungen
- Schwangerschaft (vor allem im 1. und 3. Trimenon)
- Stillzeit
- Folsäuremangel
Besonderheiten sind:
- gute orale Bioverfügbarkeit
- wegen zunehmender Resistenzen Einsatz vor allem bei nachgewiesener oder vermuteter Empfindlichkeit
- auf der Liste der unentbehrlichen Arzneimittel der Weltgesundheitsorganisation (WHO)