Colchanova kommt doppelt so stark 03.11.2026 13:53 Uhr
Pharmaselect bringt Colchanova (Colchicin) in neuer Dosierung: Nach dem Produkt à 0,5 mg kommt nun eine Variante mit 1 mg auf den Markt.
Colchicin war hierzulande aus der Mode gekommen, nachdem es Überdosierungen mit gravierenden Nebenwirkungen und auch Todesfällen gegeben hatte. Mittlerweile haben einige Generikahersteller das Gift der Herbstzeitlose wieder im Sortiment, allerdings als Tablette und in einer deutlich niedrigeren Dosierung von 0,5 mg. Als einziger Anbieter hat Pharmaselect neben der 30er- auch eine 20er- und eine 60er-Packung im Sortiment.
Der österreichische Hersteller bringt Colchanova jetzt außerdem in einer weiteren Dosierung: Nach dem Produkt à 0,5 mg kommt nun eine Variante mit 1 mg auf den Markt. Die Indikation ist laut Geschäftsführer Karsten Reitmaier dieselbe: Behandlung der akuten Gicht sowie Behandlung des familiären Mittelmeerfiebers als Prophylaxe von Krampfanfällen und zur Vorbeugung von Amyloidose. Nicht zugelassen ist Colchicin hierzulande für kardiologische Anwendungsfälle.
Bei Gicht werden täglich zwei bis drei Tabletten eingenommen, gegebenenfalls davor eine Anfangsdosis von 1 mg. Wenn nach zwei bis drei Tagen keine Wirkung eingetreten ist, sollte die Therapie nicht fortgesetzt werden. Im Rahmen eines Behandlungszyklus sollten nicht mehr als 6 mg eingenommen werden. Eine erneute Einnahme sollte frühestens nach drei Tagen (72 Stunden) erfolgen.
Die Behandlung sollte bei Auftreten von gastrointestinalen Symptomen abgebrochen werden. Insbesondere beim Auftreten von Durchfall oder Erbrechen muss das Arzneimittel sofort abgesetzt werden, da dies die ersten Anzeichen einer Vergiftung sein können.
Bei Patient:innen mit leichter und mittlerer Leber- und/oder Nierenfunktionsstörung beträgt die Dosis 0,5 mg pro Tag. Bei Patient:innen mit schweren Leber- und/oder Nierenfunktionsstörungen ist das Arzneimittel kontraindiziert.
Bei Mittelmeerfieber können Erwachsene 1 bis 3 mg pro Tag einnehmen, verteilt auf bis zu zwei Gaben pro Tag. Jede Dosissteigerung sollte engmaschig hinsichtlich Nebenwirkungen überwacht werden. Bei Kindern und Jugendlichen darf Colchicin nur unter Aufsicht eines Facharztes verordnet werden, der über die erforderlichen Kenntnisse und Erfahrungen verfügt. Es muss eine oral Aufsättigungsdosis angewendet werden, die sich nach dem Alter des Patienten richtet.
Die gleichzeitige Behandlung mit Arzneimitteln, die Hemmstoffe von Cytochrom P450 3A4 (CYP3A4) und/oder P-Glykoprotein sind, erhöht nachweislich das Risiko einer Colchicin-Toxizität. Wenn ein Patient eine gleichzeitige Therapie mit einem mäßigen oder starken CYP3A4-Inhibitor oder mit einem P-Glykoprotein-Inhibitor erhält, sollte die empfohlene Höchstdosis des oralen Colchicins reduziert und der Patient sorgfältig hinsichtlich unerwünschter Wirkungen von Colchicin überwacht werden.