Gen in Leber ausschalten

Cholesterin: Per Infusion LDL dauerhaft senken? 15.06.2026 13:37 Uhr

Berlin - 

Ein dauerhaft erhöhter Spiegel an LDL-Cholesterin gilt als einer der Hauptrisikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Er begünstigt die Entstehung von Arteriosklerose und kann in Folge Schlaganfälle oder tödliche Herzinfarkte auslösen. Eine Kehrtwende in der Therapie könnte eine einmalige Infusion sein, mit der „schlechtes“ Cholesterin dauerhaft gesenkt werden kann.

Die koronare Herzkrankheit (KHK) ist weltweit eine der führenden Todesursachen; schätzungsweise leiden global mehr als 300 Millionen Menschen daran. Einer der Hauptauslöser für Gefäßablagerungen ist das „schlechte“ Cholesterin LDL.

Lilly macht mit der Bekanntgabe positiver Ergebnissen der Phase 1b-Heart-2-Studie den Betroffenen große Hoffnung. Denn im Rahmen der Analyse führte eine einzelne intravenöse Infusion von Verve-102 zu einer dosisabhängigen Senkung von PCSK9 und LDL.

Niedrige LDL-Spiegel

Wird das PCSK9-Gen durch die Infusion gezielt ausgeschaltet, kann die Leber das gefährliche Cholesterin dauerhaft und hochwirksam aus dem Blut filtern. Proband:innen hatten im bisherigen Beobachtungszeitraum von 18 Monaten dauerhaft niedrige LDL-Spiegel und somit ein vielfach geringeres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Konkret: Der Wert des schädlichen LDL-Cholesterins sank in der Spitze um durchschnittlich bis zu 62 Prozent in der höchsten Dosisgruppe. Bis zum Zeitpunkt der Auswertung wurden keine behandlungsbedingten schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse und keine dosislimitierenden Toxizitäten registriert.

Ergebnisse könnten Therapie verändern

„Viele Patienten mit erhöhtem LDL haben trotz der laufenden Bemühungen mit den heute verfügbaren Medikamenten Schwierigkeiten, eine nachhaltige Kontrolle zu erreichen, wodurch sie einem erheblichen Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse ausgesetzt sind. Da die koronare Herzkrankheit immer noch weltweit eine der häufigsten Todesursachen ist, ist der Bedarf an neuen Ansätzen real“, erklärt Lilly.

Die Ergebnisse liefern frühe klinische Beweise dafür, dass eine Einzeldosis der Infusion die kardiovaskuläre Versorgung möglicherweise von einem chronischen Management zu einer einmaligen Behandlung verändern könne, so das Pharmaunternehmen.