GLP-1 als Behandlungsoption?

Cholesterin: Niedrige HDL-Werte bei schwerer Depression 10.03.2026 09:46 Uhr

Berlin - 

Eine aktuelle Metaanalyse belegt einen signifikanten Zusammenhang zwischen der Schwere depressiver Symptome und Stoffwechselstörungen wie Insulinresistenz sowie erhöhten Blutzuckerwerten. Die Untersuchung zeigt zudem, dass Betroffene häufiger massive Abweichungen bei den Blutfettwerten aufweisen – insbesondere ein stark vermindertes HDL-Cholesterin. 

Die Untersuchung beruht auf der Auswertung von 28 Studien bis Mai 2025, an denen Erwachsene mit Depressionen oder bipolaren Störungen teilnahmen.

Teufelskreis auf Entzündung und Depressionen

Als biologische Ursache für die wechselseitige Verbindung wurden dauerhafte, leichte Entzündungen im Körper identifiziert. Diese wirken laut Forschender wie ein Bindeglied zwischen Psyche und Stoffwechsel. Dadurch entstehe ein Teufelskreis, in dem sich seelische und körperliche Leiden gegenseitig verstärken.

Die Ergebnisse zeigen, dass Personen mit schwereren depressiven Phasen nicht nur einen höheren Nüchternblutzucker-Spiegel, sondern auch eine ausgeprägte Störungen im Fettstoffwechsel haben.

Zusammenhang zwischen HDL-Werten und Schwere

Von allen untersuchten Fettwerten hingen niedrige HDL-Werte am engsten mit der Schwere der Symptome zusammen. Der Mangel an schützendem HDL-Cholesterin ist für diesen Patiententyp besonders kennzeichnend. Zusammenhänge mit erhöhten Triglyzeriden und LDL-Werten wurden ebenfalls beobachtet.

Dieser Effekt wurde in den herangezogenen Studien durch Faktoren wie Alter und Geschlecht beeinflusst und kann laut der Wissenschaftler:innen durch die Einnahme bestimmter Medikamente zusätzlich beeinflusst werden. Da diese metabolischen Faktoren die Reaktion auf herkömmliche Antidepressiva verschlechtern, empfehlen die Forschenden eine regelmäßige metabolische Kontrolle.

GLP-1 als Behandlungsoption?

Die Studienergebnisse legen laut den Wissenschaftler:innen nahe, dass bei diesem immun-metabolischen Typ der Depression neue Behandlungswege – etwa durch Diabetes-Medikamente wie GLP-1-Rezeptor-Agonisten – künftig eine zentrale Rolle spielen könnten.

Die Studie mit dem Titel „The association between depressive symptom severity and metabolic disturbances in major depressive and bipolar disorders: A systematic review and meta-analysis“ wurde unter der Leitung der University of Toronto veröffentlicht und ist kürzlich im Journal of Affective Disorders erschienen.