Camlipixant: Hustenmittel scheitert in Studien 18.08.2026 08:42 Uhr
GlaxoSmithKline (GSK) stellt die Arbeit an Camlipixant zur Behandlung von Erwachsenen mit refraktärem chronischem Husten (RCC) ein. In zwei klinischen Phase-III-Studien konnte der P2X3-Rezeptor-Antagonist nicht überzeugen.
RCC ist eine komplexe und oft unterschätzte Erkrankung mit begrenzten Behandlungsmöglichkeiten. In den Phase-III-Studien CALM-1 und CALM-2 wurden die Wirksamkeit und Sicherheit von zwei Dosierungen von Camlipixant untersucht.
Die Studie CALM-1 erreichte ihren primären Endpunkt: Bei einer zweimal täglichen Gabe von 50 mg Camlipixant zeigte sich in Woche 12 eine statistisch signifikante Verringerung der Hustenhäufigkeit über 24 Stunden im Vergleich zu Placebo.
In der Studie CALM-2 wurde bei der zweimal täglichen Gabe von 50 mg in Woche 24 keine statistische Signifikanz hinsichtlich desselben primären Endpunkts erreicht.
Die zweimal tägliche Gabe von 25 mg Camlipixant erreichte in keiner der beiden Studien statistische Signifikanz.
Auch wichtige sekundäre Endpunkte, darunter Messwerte aus dem „Chronic Cough Diary“ (CCD), erreichten in keiner der Studien die angestrebten Schwellenwerte. Über beide Studien hinweg waren die Gesamthäufigkeit und der Schweregrad behandlungsbedingter unerwünschter Ereignisse bei Patienten, die Camlipixant erhielten, vergleichbar mit denen in der Placebo-Gruppe.
Auf der Grundlage der Gesamtdaten ist nicht zu erwarten, dass die nachgewiesene begrenzte Wirksamkeit die Patientenversorgung maßgeblich verändern wird. GSK hat beschlossen, die weitere Entwicklung von Camlipixant für die Indikation RCC nicht fortzusetzen. Die Ergebnisse des CALM-Phase-III-Programms werden zur künftigen Präsentation bzw. Veröffentlichung eingereicht, um zum wissenschaftlichen Verständnis von RCC beizutragen.
Die Phase-IIb-Studie BALANCE (NCT07519395) wird fortgesetzt, um weiterhin die Wirksamkeit und Sicherheit von Camlipixant bei Erwachsenen mit Reizdarmsyndrom vom Diarrhö-Typ (IBS-D) und Reizdarmsyndrom vom Mischtyp (IBS-M) zu untersuchen.
Camlipixant wirkt als Anatagonist an P2X3-Rezeptoren; diese sitzen auf sensiblen Nervenfasern in den Atemwegen und werden durch Botenstoffe wie ATP gereizt. Der Behandlung von Reizdarmsyndrom liegt derselbe Mechanismus zugrunde.