Unabhängig vom BMI

Brustkrebs: Übergewicht-Gene erhöhen Sterberisiko 05.02.2026 08:15 Uhr

Berlin - 

Genetische Faktoren könnten das Überleben von Brustkrebspatientinnen beeinflussen – das zeigt eine aktuelle Studie aus den USA. Forscherinnen und Forscher analysierten dafür Daten von über 4000 postmenopausalen Frauen mit nicht-metastasiertem Brustkrebs. Das Ergebnis: Das Risiko besteht unabhängig vom aktuellen Gewicht; es hängt von der genetischen Veranlagung zu höherem Körpergewicht ab.

Die Analyse basiert auf der US-amerikanischen Cancer Prevention Study‑II Nutrition Cohort. Die Frauen wurden zwischen 1992 und 2017 diagnostiziert. Ihr medianes Alter lag bei 71,5 Jahren.

Zur Erfassung der genetischen Prädisposition für höheres Körpergewicht nutzten die Forschenden einen polygenetischen Score, der zahlreiche genetische Varianten zusammenfasst. Die Nachbeobachtung erstreckte sich über einen Median von 14,5 Jahren und ermöglichte die Analyse der Gesamtmortalität sowie von Todesursachen wie Brustkrebs oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Höheres Sterberisiko durch erbliche Faktoren

Die Ergebnisse zeigen, dass Frauen mit einer höheren genetischen Prädisposition für erhöhtes Körpergewicht ein um 15 Prozent höheres Risiko hatten, während des Beobachtungszeitraums zu sterben, verglichen mit Frauen mit niedriger genetischer Prädisposition.

Die Studie berücksichtigte dabei auch das tatsächliche Körpergewicht der Teilnehmenden. Übergewicht (BMI 25-30) und Adipositas (BMI über 30) waren mit einem höheren Sterberisiko verbunden – unabhängig von der genetischen Veranlagung. Gleichzeitig zeigte sich, dass Frauen mit genetischer Neigung zu höherem Gewicht auch dann ein erhöhtes Risiko hatten, wenn ihr BMI normal war.

Für die Mortalität durch Brustkrebs oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen zeigten sich ähnliche Trends; diese waren jedoch statistisch nicht eindeutig abgesichert. Insgesamt verstarben 2114 von 4177 Frauen – also knapp über 50 Prozent der Probandinnen.

Regelmäßige Bewegung entscheidend

Darüber hinaus untersuchten die Wissenschaftler:innen, wie körperliche Aktivität das Sterberisiko beeinflusst. Regelmäßige Bewegung war unabhängig von der genetischen Veranlagung mit niedrigerer Gesamtmortalität verbunden.

Frauen mit höherer genetischer Prädisposition benötigten mehr körperliche Aktivität, um denselben Vorteil zu erreichen wie Frauen mit niedriger genetischer Prädisposition.

Insgesamt zeigen die Ergebnisse, dass genetische Faktoren neben dem aktuellen Körpergewicht relevant sind und dass körperliche Aktivität in allen Risikogruppen das Sterberisiko senken kann. Weitere Untersuchungen seien jedoch notwendig, um die Übertragbarkeit der Ergebnisse auf andere Populationen zu prüfen und die Rolle genetischer Informationen in der klinischen Beratung zu klären.

Die Studie mit dem Titel „Genetic Predisposition to Excess Body Weight and Survival in Women Diagnosed With Breast Cancer“ wurde in den USA im Rahmen der Cancer Prevention Study-II Nutrition Cohort durchgeführt und im Fachjournal Jama Network Open veröffentlicht.