Osteoporosetherapie

Bisphosphonate senken Brustkrebsrisiko Désirée Kietzmann, 14.12.2009 08:19 Uhr

Berlin - 

Die Einnahme von Bisphosphonaten kann möglicherweise das Brustkrebsrisiko bei Frauen senken. Hinweise auf diesen Zusammenhang fanden US-amerikanische Forscher als sie Daten von Teilnehmerinnen der großen Beobachtungsstudie „Women's Health Initiative (WHI)“ auswerteten.

Den Angaben zufolge hatten Frauen, die Bisphosphonate gegen Osteoporose anwendeten, ein um 32 Prozent geringeres Risiko an Brustkrebs zu erkranken als andere Frauen. Von den insgesamt mehr als 150.000 Frauen, die in die Studie eingeschlossen waren, hatten 2.816 Alendronsäure oder ein anderes Bisphosphonat eingenommen. In dieser Gruppe erkrankten lediglich 64 Frauen an Brustkrebs.

Die Forscher vermuten, dass Bisphosphonate das Überleben von gebildeten Tumorzellen auf zwei Wegen hemmen: Zum einen unterdrücken sie den Angaben zufolge die Blut- und Nährstoffversorgung. Zusätzlich wird die Aktivierung von Immunzellen diskutiert. Die Hinweise aus der Beobachtungsstudie sollen nun in verblindeten klinischen Tests systematisch untersucht werden.

Die WHI war im Jahr 1992 ins Leben gerufen worden, um die Gesundheit postmenopausaler Frauen zu untersuchen. Aus den gewonnenen Daten schlussfolgerten die Forscher im Jahr 2002, dass die Hormonersatztherapie das Risiko für Brustkrebs und Herzinfarkte erhöht. Die Erkenntnisse fanden Eingang in die Leitlinien der betroffenen Fachgesellschaften.