Bicanorm-Engpass: Auch Anatrofer wird knapp 08.09.2026 15:24 Uhr
Nach Bicanorm wird nun auch das Alternativpräparat Anatrofer knapp. Apotheken berichten über den Defekt, das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) will die Sache prüfen.
Bicanorm (FMC) und Anatrofer (Logenex) enthalten 1000 mg Natriumhydrogencarbonat je Tablette und sind zugelassen bei einer stoffwechselbedingten Übersäuerung des Blutes – einer metabolischen Azidose – bei Patientinnen und Patienten ab 14 Jahren mit chronischer Nierenfunktionsstörung. Zunächst werden zwei bis drei Tabletten und später bis zu acht Tabletten eingenommen, um den pH-Wert des Blutes zu stabilisieren und das Säure-Basen-Gleichgewicht wiederherzustellen.
Probleme in der Herstellung
Der Engpass bei Bicanorm wurde Mitte August gemeldet; voraussichtlich bis Februar wird das Arzneimittel nicht verfügbar sein. Als Ursache für den Engpass wurden „Probleme in der Herstellung“ angegeben.
Mittlerweile fehlt auch Anatrofer in vielen Apotheken. „Das BfArM ist sich der Problematik der unzureichenden Verfügbarkeit der Arzneimittel mit dem Wirkstoff Natriumhydrogencarbonat bewusst und steht in engem Kontakt mit den betroffenen Zulassungsinhabern, um Maßnahmen zur Verbesserung der Versorgungslage zu etablieren“, heißt es von der Behörde.
Aktuell ist in vielen Apotheken nur Nephrotrans (Medice) erhältlich – allerdings als Kapsel in den Stärken 500 und 850 mg. Zwar gibt es weitere Natriumhydrogencarbonat-haltige Präparate, aber diese haben keinen magensaftresistenten Überzug und kommen zur Neutralisation überschüssiger Magensäure zum Einsatz. Bei magensaftresistenten Zubereitungen erfolgt die Freisetzung erst im Dünndarm.