BfArM: Weber folgt auf Knöss 28.10.2026 10:38 Uhr
Wechsel beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM): Dr. Stefanie Weber übernimmt zum 1. November das Amt der Vizepräsidentin. Sie folgt auf Professor Dr. Werner Knöss, der nach langjähriger Tätigkeit für das BfArM regulär in den Ruhestand geht.
Weber hatte Medizin in Frankfurt studiert und von 2002 bis 2020 für das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) gearbeitet, das mittlerweile im BfArM aufgegangen ist. Zuletzt war Weber Abteilungsleiterin Kodiersysteme und Register.
Unter ihrer Verantwortung wurden laut Behörde zentrale Arbeiten zur semantischen Interoperabilität, zu medizinischen Terminologien und Klassifikationen sowie zur europäischen Zusammenarbeit im Bereich der Gesundheitsdaten maßgeblich weiterentwickelt. Zu den Vorhaben unter ihrer Verantwortung zählte dabei auch die Entwicklung des Organspende-Registers – ein Beispiel dafür, wie Dateninfrastruktur und Digitalisierung unmittelbar mit konkreten Aufgaben der Gesundheitsversorgung verbunden sind.
Ihre langjährige Arbeit an übergreifenden Datenstrukturen, Standards und Registern soll eine wichtige Grundlage für ihre künftige Aufgabe als Vizepräsidentin und zugleich für die weitere strategische Entwicklung des BfArM bilden.
Denn diese Themen haben eine ausgeprägte Querschnittsfunktion: Einheitliche Begriffe, Standards und Datenstrukturen bilden laut BfArM eine wesentliche Grundlage für zahlreiche regulatorische, wissenschaftliche und versorgungsbezogene Aufgaben. Weber sei bereits in ihrer bisherigen Funktion eng mit unterschiedlichen Fachbereichen und Aufgabenfeldern des BfArM verbunden gewesen und verfüge über eine entsprechend breite Kenntnis der fachlichen und regulatorischen Zusammenhänge des Hauses.
„Mit Dr. Stefanie Weber gewinnt das BfArM eine ausgewiesene Expertin als Vizepräsidentin, die die Entwicklung unseres Hauses seit vielen Jahren an zentralen Schnittstellen mitgestaltet. Sie verbindet wissenschaftliche Expertise mit regulatorischer Erfahrung und einem ausgeprägten Verständnis für die Zusammenhänge zwischen Gesundheitsdaten, Regulierung und Versorgung. Ich freue mich sehr darauf, die strategische Weiterentwicklung des BfArMgemeinsam mit ihr voranzutreiben“, so BfArM-Präsident Professor Dr. Karl Broich.
Laut Weber eröffnet die Digitalisierung große Chancen für eine bessere Gesundheitsversorgung, eine leistungsfähigere Forschung und eine moderne Regulierung. „Entscheidend ist, dass Gesundheitsdaten qualitativ hochwertig, interoperabel und verantwortungsvoll nutzbar sind. Das BfArM verfügt über hoch qualifizierte und engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die diese Entwicklung mit ihrer Expertise seit vielen Jahren entscheidend mitgestalten. Ich freue mich darauf, gemeinsam mit ihnen unsere Kompetenzen weiter auszubauen und dafür zu sorgen, dass aus Gesundheitsdaten konkreter Nutzen für Patientinnen und Patienten entsteht.“
Neben seinen klassischen regulatorischen Aufgaben übernimmt das BfArM laut eigenen eine zunehmend wichtige Rolle bei der Digitalisierung des Gesundheitswesens, der sicheren Nutzung von Gesundheitsdaten und der Weiterentwicklung regulatorischer Rahmenbedingungen auf nationaler und europäischer Ebene. Zu den zentralen Aufgaben gehören die Umsetzung des Europäischen Gesundheitsdatenraums (EHDS), der Ausbau interoperabler Datenstrukturen sowie die Nutzung neuer datenbasierter Methoden für Forschung, Gesundheitsversorgung und Arzneimittelsicherheit.
Knöss hatte sei 2000 für das BfArM gearbeitet, wo er 2005 die Leitung der Abteilung „Besondere Therapierichtungen und traditionelle Arzneimittel“ übernahm. Der studierte Biologie war seit 2020 Vizepräsident, außerdem hat er verschiedene Lehrstühle.