Bei Antimykotikum fehlt Warnhinweis 01.06.2026 14:41 Uhr
Bei Fungizid-Ratiopharm (Terbinafin) extra 10 mg/g Creme fehlen auf der Umverpackung der Warnhinweis und die Angaben zur Haltbarkeit. Das Risiko für Anwender:innen wird als gering eingeschätzt.
In einem Informationsschreiben bittet Ratiopharm Apotheken, bei der Abgabe und Beratung von Fungizid-Ratiopharm extra Creme folgende Punkte zu berücksichtigen:
- Auf der äußeren Verpackung wurden sicherheitsrelevante Textänderungen nicht vollständig umgesetzt – betroffen sind Faltschachtel und Tubenetikett
- Es fehlen:
- der Benzylalkohol-Warnhinweis: „Enthält Benzylalkohol … Packungsbeilage beachten.“
- die Angabe zur Haltbarkeit nach Anbruch: „Nach erstmaligem Öffnen Tube nach drei Monaten verwerfen.“
„Benzylalkohol ist in der Liste der Inhaltsstoffe korrekt aufgeführt. Zudem sind alle relevanten Informationen in der Gebrauchsinformation vollständig und korrekt enthalten“, teilt Ratiopharm mit. Das Risiko für Anwender:innen wird auf Basis der vorliegenden Daten und der topischen Anwendung als gering eingeschätzt.
Wirkstoff
Terbinafin gehört zu den Allylamin-Antimykotika und besitzt ein breites antimykotisches Spektrum. Der Arzneistoff hemmt die Ergosterol-Produktion durch Hemmung der Squalenepoxidase. Ergosterol ist ein Lipid, das essenzieller Bestandteil der Zellmembran der Pilze ist. Wird dessen Produktion gehemmt, wird der Stoffwechsel der Dermatophytenzellen gestört und die Pilze sterben ab. Weil die menschliche Zellmembran kein Ergosterol enthält, wird diese nicht beeinflusst.
Cremes enthalten in der Regel 1 Prozent Terbinafin und werden ein- bis zweimal täglich über einen Zeitraum von ein bis vier Wochen aufgetragen. Eine Anwendung ist auch nach Abklingen der Symptome angezeigt, um Rezidive zu vermeiden.
Fußpilz
Fußpilz, auch Tinea pedis genannt, kann von drei verschiedenen Pilzarten ausgelöst werden. Die Nase vorn in puncto Infektionen haben Fadenpilze, sogenannte Dermatophyten. Selten können auch Schimmelpilze oder noch seltener Hefepilze als Ursache ausgemacht werden.
Dermatophyten sind keine natürlichen Bewohner der Hautflora. Sie bilden sehr robuste Sporen, die auch ohne Wirt lange überleben können. Gelangen sie auf die Haut, bilden sie sogenannte Hyphen aus. Diese Pilzfäden können in die Hautzellen eindringen und ernähren sich dann von der Hornschicht, genauer gesagt vom Keratin, das die Pilze aufspalten können. Auf den ungebetenen Gast, der sich beispielsweise in den Zehenzwischenräumen angesiedelt hat, reagiert der Körper mit einer Entzündung. Dermatophyten bevorzugen ein warmes und feuchtes Klima und befallen daher vor allem die Füße. Da die Pilze überall lauern, kann sich auch jeder jederzeit anstecken. Allerdings steigt das Risiko für eine Pilzinfektion mit zunehmendem Alter. Außerdem besteht für Personen mit einem geschwächten Immunsystem oder Menschen, die stark an den Füßen schwitzen, sowie Sportler:innen ein erhöhtes Risiko.
Die Infektion ist in der Regel oberflächlich und betrifft die Hornschicht. Neben der Haut an den Füßen können die Dermatophyten auch die Nägel oder andere Körperstellen befallen. Die ersten Anzeichen für Fußpilz können Juckreiz, Brennen oder Kribbeln an der betroffenen Hautstelle sein. Bevorzugt tritt Fußpilz in den Zehenzwischenräumen auf und kann sich von dort aus weiter ausbreiten. Zudem kann die Haut gerötet, eingerissen und schuppig sein oder auch nässen und aufquellen.
Weitere Behandlungsoptionen sind Cremes, Sprays, Lösungen oder auch Gele, die Breitspektrum-Antimykotika wie Clotrimazol, Bifonazol oder auch Miconazol enthalten und gegen Dermatophyten wirksam sind.