OTC-Präparate

Newcomer für die Sichtwahl Karoline Schumbach, 06.03.2013 12:40 Uhr

Auch ohne Rezept: Tantum verde kann nun in die Sichtwahl gestellt werden, außerdem gibt es von Boehringer zwei Neueinführungen. Foto: APOTHEKE ADHOC
Berlin - 

In der Sichtwahl gibt es wieder Bewegung. Anfang März wurde die Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV) geändert. Einige Wirkstoffe sind nun ohne Rezept erhältlich, darunter die Mundspüllösung und Lutschtabletten von Tantum verde (Benzydamin, CSC), Nicotin in inhalativer Form und zwei Neueinführungen von Boehringer Ingelheim.

Benzydamin darf nun in Lösungen bis zu einer Konzentration von 1,5mg/ml und in Lutschtabletten bis 3 mg je abgeteilter Form rezeptfrei vertrieben werden. CSC weist Apotheken darauf hin, dass auch die Präparate, die noch als rezeptpflichtig deklariert sind, weiterhin abverkauft werden können.

Die Herstellerabgabepreise sollen laut CSC gleich bleiben. Änderungen kann es allerdings durch unterschiedliche Aufschläge für rezeptfreie und -pflichtige Arzneimittel ergeben.

Auch für den Nicorette-Hersteller Johnson & Johnson (J&J) wurde der Weg für ein neues Produkt geebnet: Nikotin soll künftig bis zu 15 mg je abgeteilter Arzneiform zur oral-inhaltiven Anwendung ohne Rezept erhältlich sein. Die Einzeldosis darf 1 mg nicht überschreiten.

Die Zulassung für ein entsprechendes Spray zur Anwendung in der Mundhöhle hat der Pharmakonzern bereits in der Tasche. Ob und wann Nicorette als Spray in Deutschland auf den Markt kommt, konnte eine Sprecherin des Konzerns derzeit nicht sagen. In Dänemark, Großbritannien und Schweden sei das Spray bereits auf dem Markt.

Für Boehringer ist mit der Anpassung der AMVV der Weg für zwei neue Produkte frei: Sowohl Racecadotril als auch die Kombination von Ibuprofen und Pseudoephedrin wurden aus der Verschreibungspflicht entlassen.

Der Enkephalinase-Hemmer Racecadotril darf zur symptomatischen Behandlung von akutem Durchfall rezeptfrei vertrieben werden. Je abgeteilter Form dürfen maximal 100 mg des Wirkstoffs enthalten sein. Die Gesamtmenge pro Präparat darf 1000 mg nicht übersteigen. Die maximale Anwendungsdauer ist auf drei Tagen begrenzt. Boehringer will den Wirkstoff unter der Marke Vaprino auf den Markt bringen.

Auch das Erkältungsmittel Boxagrippal kann nun auf den Markt kommen: Die Einzeldosis darf 400 mg Ibuprofen und 60 mg Pseudoephedrin nicht überschreiten. In der Packung dürfen maximal 4800 mg des Analgetikums und 720 mg des Sympathomimetikums enthalten sein.

Auch bei den Homöopathischen Präparaten gab es eine Änderung: Datura-Arten in homöopathischen Zubereitungen sind ebenfalls aus der Verschreibungspflicht entlassen worden.